Vorschau: FC Sevilla – FC Bayern München

Die Bayern treten am Dienstagabend in Sevilla an. Während die Öffentlichkeit in Deutschland von “Losglück” spricht, stand der Viertelfinal-Gegner am Wochenende kurz davor, den großen FC Barcelona zu schlagen. In der Vorschau stellen wir die Spanier vor – scheinbar ist dies auch dringend notwendig.

Ja, es hätte die Münchner deutlich härter treffen können. Sevilla zählt nicht zum Favoritenkreis, und hat in den letzten Monaten sowie Jahren sogar qualitativ etwas abgebaut. In einem Viertelfinale der Königsklasse allerdings von “Losglück” zu sprechen, wird dieser Mannschaft nicht gerecht. Oder, um es mit Mertesacker zu sagen: denken Sie ernsthaft, dass unter den letzten acht Mannschaften in Europa eine Karnevalstruppe dabei ist?

Konsequentes, variables und aggressives Pressing

Zwischen 2014 und 2016 gewann der FC Sevilla drei Mal die Europa League. Trainer war damals Unai Emery, der aktuell noch bei PSG unter Vertrag steht. Seitdem standen bei den Spaniern Jorge Sampaoli, Eduardo Berizzo und nun Vincenzo Montella unter Vertrag. Speziell in der Liga gelang der große Sprung über Platz 5 hinaus jedoch nie. Das Team lebte quasi für die Pokalwettbewerbe. Dort konnten sie ihren Fußball am besten zelebrieren.

Auch wenn Sevilla in dieser Saison unkonstante Leistungen zeigt, müssen die Bayern einen extrem unangenehmen Gegner erwarten. Speziell im Hinspiel werden sie sich einem aggressiven, aber strukturierten Pressing ausgesetzt sehen. Eine Blaupause dafür gab es am Samstagabend zu sehen, als Sevilla 87 Minuten lang gegen den FC Barcelona verdient mit 2:0 führte. Immer wieder setzten sie den Tabellenführer schon im Spielaufbau unter Druck.

Die Grundausrichtung Sevillas ist darauf bedacht, das Zentrum kompakt zu gestalten. Das 4-4-2 ist dabei nicht in Stein gemeißelt. Die beiden zentralen Offensivspieler stehen oft sogar sehr breit, um im Zentrum eine Falle aufzustellen.

Die Grundordnung ist stets ein 4-4-2 – dies aber in allen Variationen, denn die Flexibilität zeichnet Sevilla speziell gegen den Ball aus. Konkret bedeutet das, dass die Spanier nur dann in ihrer Ausgangsformation vorzufinden sind, wenn sie etwas tiefer verteidigen. Im Mittelfeldpressing stehen die beiden Stürmer meist etwas breiter, um den Gegner entweder im Zentrum zu stellen, oder auf der Außenbahn direkt unterstützen zu können. Manchmal staffeln sich die beiden Angreifer auch versetzt. Dann entsteht eine typische 4-2-3-1-Formation.

Schieben die Außenstürmer beide heraus, entsteht eine sehr offensive, aber weiter kompakte Ausrichtung gegen den Ball.

Gerade in der Anfangsphase können die Bayern aber mit aggressivem Angriffspressing rechnen. Hier ist es situativ sogar möglich, dass Sevilla mit vier Spielern in der ersten Pressinglinie arbeitet. Im 4-2-4 wird dann der Druck maximiert. In den meisten Phasen des Spiels ist aber ein leicht verschobenes 4-3-3 zu erkennen, bei dem der äußerste Mittelfeldspieler in Ballnähe nach vorn schiebt, und die verbliebene Dreierkette pendelt. Auch ein diagonales 4-3-3 war zumindest gegen Barcelona immer mal wieder zu erkennen, um das Zentrum gegen Pässe der Außenverteidiger zu schützen.

Auch eine diagonale Formation war bei Sevilla schon häufiger zu sehen, um die Schwächen vor der Abwehrreihe zu kaschieren.

Sevilla schafft es so immer wieder recht gut, den Spielaufbau des Gegners früh dorthin zu lenken, wo der Zugriff am effektivsten stattfinden kann. Gerade ohne Busquets fehlte Barcelona am Wochenende beispielsweise die Idee, um zwischen die Linien zu kommen. Es kommt aber auch vor, dass Sevilla beim Verschieben und im Pressing nachlässig wird. Bis zur Einwechslung von Lionel Messi gelang es den Katalanen dennoch kaum, nachhaltig und gefährlich in das Angriffsdrittel zu spielen. Zu früh versandeten die Angriffe auf der Außenbahn.

Als Messi dann auf dem Platz stand, sah man direkt, wie Sevilla zu knacken ist. Hinter der vordersten Pressinglinie bieten sie immer wieder mal Zonen an, die sie nicht in Über- oder Gleichzahl verteidigen können. Dort den Ball hinzuspielen, ist nicht so einfach. Gerade wenn Spieler wie Messi diese Lücken erkennen, und sich dem Mitspieler genau dort anbieten, ist das aber eine Einladung.

Die Generalprobe gegen den FC Barcelona gelang mit einem 2:2, wenngleich eine 2:0-Führung verspielt wurde.
(Foto: Cristina Quicler / AFP / Getty Images)

Sevilla steht durchaus für Kompaktheit, Aggressivität, Intensität und guten Umschaltfußball. Trotzdem ist der Glanz der vergangenen Jahre etwas weg. Obwohl sie gegen Barcelona 2:0 führten, und gut verteidigten, schafften sie es selbst kaum, in Umschaltsituationen Gefahr zu erzeugen. Meist konterte das Team von Montella nur über die Außenbahnen. Die Führung resultierte durch eine schwache Strafraumverteidigung Barcelonas. Von den insgesamt 21 Abschlüssen war insgesamt viel Verzweiflung dabei. Nur wenige Chancen waren strukturiert herausgespielt, und noch weniger Schüsse kamen aus vielversprechenden Positionen.

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Dieses Problem macht sich besonders in Duellen mit kleineren Teams bemerkbar. Gegen Leganés erspielte sich Sevilla nur 10 Abschlüsse, davon 3 aus guter Position, die wiederum alle aus einer Flanke resultierten. Mit einem guten Spielaufbau und herausragendem Kombinationsfußball haben die Spanier es nicht so. Aber sie erarbeiten sich dennoch irgendwie ihre Möglichkeiten, und schießen fast immer mindestens ein Tor. Im Jahr 2018 blieb Sevilla nur gegen Alavés, Manchester United und Valencia ohne eigenen Treffer.

So kommen die Bayern in eine gute Ausgangsposition

Ein Treffer Sevillas wäre noch kein Beinbruch für den FC Bayern, doch die müssen wiederum selbst qualitativ hochwertige Chancen gegen das gute Pressing des Gegners herausspielen. Dabei haben die Münchner zwei Asse im Ärmel, die zumindest gegen Sevilla einen Vorteil im Gegensatz zu Barcelonas Anfangsformation vom Wochenende bieten: James Rodríguez und Thomas Müller.

Nicht zuletzt wegen deren Topform sind die Münchner derzeit in der Lage, kombinativ in den Strafraum zu gelangen. Es ist das gesamte Positionsspiel im Angriff, das Hoffnung auf zwei sehr gute Spiele macht. Bayern setzt dabei vor allem auf die Halbraumüberladung. James und Müller sind jederzeit bemüht, Überzahlsituationen zu schaffen. Auch Lewandowski pendelt oft in die Halben oder lässt sich ins Mittelfeld fallen. Die fünf vertikalen Zonen sind im Offensivbereich fast immer besetzt. Damit können sie Sevillas vorderste Pressinglinie knacken. Geschieht das, haben die Spanier meist große Probleme.

Die Münchner haben sich gut entwickelt. Sie sind ständig in Bewegung, stehen sich aber nicht mehr so sehr auf den Füßen. Selbst wenn Ribéry noch einrückt, entstehen wieder Dreiecke. Die Bewegungsabläufe sind immer besser aufeinander abgestimmt. Noch vor Monaten war das alles eher problematisch, doch gerade das völlig überforderte Borussia Dortmund hatte am Wochenende keine Chance.

Das nun bessere Positionsspiel bietet den Bayern auch Möglichkeiten im Gegenpressing. Gegen Dortmund gewannen sie insgesamt 14 Mal den Ball in des Gegners Hälfte. Auch wenn der aktuell sehr passive BVB kein Vergleich zum aggressiven FC Sevilla ist, so wird auch dort die Arbeit gegen den Ball eine wichtige Rolle einnehmen.

Natürlich spielen die Bayern hin und wieder auch Angriffspressing, aber unter Heynckes haben sie zusätzlich die Verteidigung aus einem tieferen Mittelfeldpressing stark verbessert. Die Münchner variieren ihre Staffelung im Pressing genauso wie die Höhe, und machen das immer besser. Sevilla ab und an den Ball zu überlassen, und sie so nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, kann gerade im Auswärtsspiel hin und wieder Sinn ergeben.

In Ballbesitz brauchen die Münchner dann den Mut zur angesprochenen Zonenüberladung. James und Müller sind die absoluten Schlüsselspieler im Moment. Sie sollten in jedem Fall spielen, aber Heynckes ergeben sich dadurch andere Probleme.

Gerade gegen eine Mannschaft wie Sevilla muss das Umschalten in die Defensive bei Ballverlusten funktionieren. Dort waren die Bayern zuletzt sehr anfällig. Einerseits, weil Javi Martínez einen großen Raum vor der Abwehr oft alleine verteidigt, und andererseits, weil James und Müller beide keine Defensivspieler sind. Dortmund kam so in der Anfangsphase immer mal in gefährliche Räume, ohne sie aber nutzen zu können.

Sevilla wird solche Momente eiskalt nutzen. Deshalb wäre es für Heynckes legitim, über zwei Spieler im Zentrum nachzudenken, die gegen den Ball diszipliniert und aggressiv mitarbeiten. Da bleiben nur noch Thiago und Vidal übrig. Vidal wurde zuletzt wieder etwas stärker, bringt in Ballbesitz aber den Nachteil mit, dass die Münchner dann zu oft direkt auf die Flügel spielen. Das macht sie ausrechenbarer.

Thiago hingegen wird gegen den Ball oft unterschätzt, ist aber tatsächlich nicht nur die Optimallösung in Ballbesitz, sondern auch ein großer Faktor für die Stabilität. Gegen ihn spräche höchstens, dass er zuletzt nicht den besten Rhythmus hatte.

Müller könnte für den noch nicht fitten Robben auf den rechten Flügel rücken, wobei seine Interpretation dann gewohnt zentral wäre. Es würde sich also wenig ändern. Thiago als mutige Lösung, Vidal als risikoreicher Stabilisator? Hier wird Heynckes die spannendste Entscheidung treffen müssen.

Ribéry qualifizierte sich gegen Dortmund für einen Startplatz. Er hat erstmals in der Rückrunde eine komplett fehlerfreie Leistung zeigen können. Auch wenn die Dortmunder nur Statisten waren, macht das Mut auf mehr. Mit Müller wäre der Fokus auf Kimmich auch größer, der in Sevilla eine bedeutende Rolle übernehmen könnte.

Eine Szenenanalyse aus Barcelonas Gastauftritt am Samstag soll deutlich machen, wie die Bayern gegen Sevilla erfolgreich sein können: nämlich durch schnelle Verlagerungen und gute Folgeaktionen. Dafür ist Kimmich prädestiniert.

Am Samstag war der FC Barcelona in Sevilla zu Gast. Hier eine Szene aus der 40. Minute.

Kurz vor der Halbzeit zeigte sich, dass Sevilla so durchaus anfällig wird. Gerade wenn Barcelona in Ballbesitz sehr weit auf eine Seite verschoben hat, bekam der ballferne Außenverteidiger sehr viel Platz. In der 40. Minute kombinierten sie sich mit all ihrer Klasse aus einer engen Situation auf der linken Seite.

Mit einem Pass öffneten sie auf Rakitic, der wiederum Sergi Roberto rechts fand. Zwei Aktionen, die eine komplette Mannschaft in Not versetzten. Dass die Hereingabe am Ende abgeblockt wurde, lag an der schwachen Strafraumbesetzung, aber auch an der Ungenauigkeit Robertos. Für Bayern war dies dennoch eine sehr aufschlussreiche Szene.

Links haben Alaba, Ribéry, James, Lewandowski und eventuell Thiago alle Fähigkeiten, um den Gegner zum starken Verschieben zu provozieren. Eine Verlagerung auf Kimmich würde für einen enormen Raumgewinn ausreichen. Wenn die Bayern dann schnell und strukturiert genug einlaufen, kann Kimmich eine seiner größten Qualitäten ausspielen: Hereingaben vom Flügel.

Aber auch in der Diagonale öffnet Sevilla gerne mal Räume. Kimmich und Müller sind intelligent genug, um diese zu finden, während James, Hummels, Boateng (und Thiago) gut genug sind, um die notwendigen Pässe zu spielen. Auch gegen den BVB dribbelte Kimmich immer mal wieder diagonal ein. Sergi Roberto und Dembélé machten dies ebenfalls, und Sevilla hatte Probleme damit.

Doch das sind nicht die einzigen Lösungen. Am Samstag spielten die Bayern immer wieder in die Mitte, kombinierten sich dort frei, um schließlich in den Halbräumen und auf den Außen Platz zu erhalten. Gegen Sevilla gibt es kaum bessere Mittel. Bayern macht das seit Jahren auf sehr hohem Niveau, und vielleicht ist das die größte Waffe für die beiden Duelle. Im Hinspiel fehlt Sevilla Banega wegen einer Gelbsperre. Ein Spieler, der viel Dynamik nach vorn hätte bringen können, und auch ein Stück weit für Stabilität sorgt. Umso stärker sollte der Fokus der Münchner im Aufbau zunächst im Zentrum liegen.

In dieser Formation hätten die Bayern im Zentrum sehr viele spielstarke Spieler. Dort sollte der Fokus im Aufbau liegen. Anschließend wird sich Sevillas Formation zusammenziehen, und Kimmich sowie Alaba könnten wichtigen Platz erhalten. Gelingt die Verlagerung, schwimmt Sevilla. Es ist durchaus vorstellbar, dass Heynckes Vidal statt Thiago aufstellt, um noch stabiler aufgestellt zu sein.

Bayern ist Favorit, aber Obacht!

Der FC Bayern ist durchaus klarer Favorit. Das muss so deutlich gesagt werden. Allerdings zeigte die schwere Anfangsphase gegen Besiktas im Hinspiel, dass die Rollenverteilung manchmal deutlicher sein kann als die Realität.

Sevilla darf nicht unterschätzt werden. Navas, Muriel, Vazquez, Correa, Nolito, Sarabia… im Kader der Spanier stehen nicht nur sehr schnelle Spieler, sondern auch technisch begabte. Nur wenn die Bayern die richtige Balance aus offensivem Mut zum Risiko, guter Konterabsicherung und starker Endverteidigung finden, können sie ihre Favoritenrolle auch auf den Platz bringen.

Das ist wiederum alles, aber nicht selbstverständlich. Im Hinspiel wird der wichtige Grundstein gelegt. Bayern hat schon häufig schlechte Hinspiele zu Hause drehen können, doch darauf sollte man sich in dieser Saison nicht blind verlassen. Sevilla kann auch auswärts gut verteidigen, und deren Niveau ist höher als das von Porto, Basel oder Donezk. Eine gute Ausgangsposition ist deshalb unabdingbar.

Jetzt zählt es. Schaffen die Bayern den Einzug ins Halbfinale, stehen sie trotz einer nicht unproblematischen Gesamtkonstellation wieder unter den besten Teams Europas. Nur das kann der Anspruch sein. Nur das ist der Anspruch eines Kaders, der eine unfassbare Willenskraft mit großem Zusammenhalt verbindet. Ein Kader, der zu Großem bestimmt ist, und in dem immer noch so viel steckt.

In Sevilla muss Europa bereits sehen, dass Bayern München nur auf Sieg spielen will und vor allem kann. Egal wo. Egal gegen wen. Jetzt ist Champions League. Jetzt ist es an der Zeit, wie ein Champion aufzutreten.

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Leserkommentare
  1. Eigentor

    Danke, Justin, für diese präzise Vorschau. Sie wird mir sehr helfen, das Spiel übermorgen lesen zu können.

  2. Bernhard B.

    Nur eine kurze Ergänzung, Heynckes sprach davon, dass Vidal mehrere Tage nicht trainieren wird. Da er eine starke Prellung aus dem Länderspiel mitbrachte. Es läuft also auf Thiago hinaus.

    1. Marco05

      Vidal hat schonwieder trainiert und wird meiner Einschätzung nach auch spielen, neben Martinez. Im Grunde müsste Heynckes Robben draußen lassen und Müller weiter rechts positionieren. James als 6,5 sozusagen neben den beiden “Zerstörern”, dann sollte auch nach vorne was gehen.

      Wer mir ein bisschen Sorge bereitet ist Hummels. Da liegen Weltklasse und Kreisklasse zum Teil näher beieinander als es einem lieb sein kann. In Summe habe ich aber – gerade nach dem Auftritt von Samstag – ein gutes Gefühl.

      1. Josef

        Ich bin gepannt, wie er aufstellt. Das erste big, big Game, und dann noch alle (bis auf Neuer) fit. Es könnte tatsächlich Thiago und Robben erwischen. Absurde Vorstellung eigentlich.

      2. Jo

        “Das erste big, big Game”.
        Jetzt noch.
        Um mal ein Khedira-Zitat etwas ironisch zu verfremden: Große Spiele sind nur diejenigen die wir verlieren. Alles andere sind Selbstverständlichkeiten.

      3. *Neuer und Coman :)

  3. Ronald

    Habe die Manchester und Barcelona-Partie gesehen. Fazit: Sevilla ist schwer einzuschätzen.
    Die auffälligsten Spieler sind Nzoni, Correa und Banega. Gerade das Defensivduell zwischen Nzoni und Martinez im Mittelfeld wird wichtig sein. Seine Wichtigkeit war in Barcelona extrem von großer Bedeutung. Wäre Messi nicht zum Einsatz gekommen, hätte Sevilla gewonnen. Messi ist Barcelona! Sie sollten nach Messis Renteneintritt das Stadion nach ihm benennen. Ein exzellenter Spieler und der Beste der Welt. Was mir bei Sevilla aufgefallen ist, dass sie Phasen haben wo sie teilweise unkonzentriert sind. Sie sind keine Mannschaft, die von Beginn an ihr System konzentriert durchspielt. Es wirkt vieles sehr löchrig und fahrig. In solchen Phasen könnte Bayern eiskalt zu schlagen. Bayern ist ein Team, dass seine Spielausrichtung konsequent und diszipliniert runterspielt. Sevilla ist heimstark, deshalb werden sie versuchen im Hinspiel ihre ganze Qualität auszuspielen, um im Rückspiel sich auf die Abwehrarbeit zu verlassen. Die ist wirklich besser geworden bei Sevilla. Der Spieler J. Correa (23) wäre eventuell ein Bayernkandidat.

    Losgelöst von dem Sevillaspiel, hätte ich mir für Bayern einen “richtigen Kracher” gewünscht, weil ich Bayern sehr schwer einschätzen kann. Der BVB in der Verfassung ist kein Maßstab für Bayern. Spielerisch überzeugte mich Bayern nicht wirklich – abgesehen von wenigen Spielen, aber sie gewonnen – das reicht einigen!
    Es werden einige im Halbfinale und Finale aufwachen. Das Außenbild des FC Bayern hat was Trügerisches – wäre glücklich wenn ich unrecht hätte. Ich würde den Heynckes sehr das Triple gönnen – allerdings fehlte mir oft der spielerische Glanz der Mannschaft.

    Ich freue mich auf ein gutes Spiel.
    Mein Tipp: 1:3 für Bayern.

    1. Rainer

      Mir geht es genauso. Das wirkliche Potential der Mannschaft muss und wird sich noch zeigen. Allerdings geht es hierbei nur um den Vergleich mit der absoluten Spitze. Wenn man sich die erste Elf ansieht, wird mir vor keinem Gegner bange. Wir haben im Vergleich zur vorigen Saison vier absolute Verbesserungen mit Martínez(auf 6), James, Boateng und Müller(in Weltklasseform)auf dem Platz. Zudem ist unsere Elf nicht mehr so leicht ausrechenbar. Standards sind eine echt Waffe geworden. Ich bin einfach nur neugierig, ob wir unser Spiel gegen Barca oder ManCity gegen deren Ballbesitzfussball durchbringen. Nach dem 6:0 Erfolg über Dortmund spielt keiner gerne uns.
      Ich glaube zudem das der Speed und die Abschlusstärke von Gnabry eine tolle Alternative zur neuen Saison ist.

    2. Eva Etheber

      Gerade die nicht so ,,starken ” Gegner sollte man nicht unterschätzen erinnert ihr euch an Leipzig letzte Saison Aufgestiegen und am Ende Platz zwei oder Sportfreunde Lotte im Pokal die konnten nur vom BVB gestoppt werden. Die sind immer für Überraschungen gut mal sehen.

  4. Osrig

    Vidal halte ich nicht nur aufgrund seiner Lädierung aus dem Länderspiel für fraglich, ich sehe ihn auch aufgrund seiner Spielweise als Problem. Denn er hat unter Jupp viele Freiheiten, die er auf dem Feld recht oft zu ungestühmen und oftmals übermotivierten Herausrücken nutzt. Wenn dieses Herausrücken nicht sofort durch die Mitspieler abgesichert wird, ergeben sich zwangsläufig Lücken, die ein Gegner auf hohem Niveau annimmt und es dann brandgefährlich macht.
    Es braucht zwar einen unermüdlichen Kämpfer, der immer wieder Ballführende unter Druck setzt, und auch im Zweikampf nicht zurückzieht, aber Vidal muss dabei ins System eingebunden bleiben, was aufgrund seiner Heissblütigkeit nicht immer gelingt.
    Thiago, der aufgrund seiner spielerischen Genialität auch entscheidende Akzente in die Spitze setzen kann, ist auch ein guter Balleroberer, der meines Erachtens gerade gegen eine spanische Mannschaft zu bevorzugen sein sollte.

    Was den spielerischen Glanz betrifft, so finde ich genügend Aspekte im Spiel unseres FCB, die mich begeistern, gerade das auch im Text angesprochene Positionsspiel mit Bildung von Dreiecken und dynamischen Bewegungen, ohne dass sich die Jungs gegenseitig auf den Füssen stehen, ist immer öfter zu sehen. Unkonzentriertheiten und die mangelnde Bereitschaft, die letzten Quentchen Explosivität und Geschwindigkeit in den Aktionen aufzubringen, dürften jetzt in der heissen Phase der Saison der Vergangenheit angehören – auch wenn dieses Manko noch vor wenigen Wochen oft genug ein Problem war, bin ich zuversichtlich, dass die Jungs jetzt nicht mehr nachlassen werden.

    1. Josef

      Dein Wort in Jupps Ohr! Allein mir fehlt der Glaube, dass er auf Vidal verzichtet. Leider.

      Aus Interesse gerade nachgeschaut: Wenn ich nichts übersehen habe, haben wir unter Jupp tatsächlich erst einmal mit der Doppelacht Thiago+James gespielt, beim Hinspiel in Dortmund. Klar, teils verletzungsbedingt, dennoch überraschend. Die beiden müssten eigentlich gut zusammen passen, zumal Thiago gerne über (halb)links kommt und das “magische Dreieck” James+Müller+Kimmich über (halb)rechts schon öfter ein Thema war.

  5. Tom

    Nochmal zum BVB-Spiel Boas ansteigender Form:

    Der Pass von Boateng auf Müller vor dem 1-0 war auch Weltklasse!

    https://youtu.be/mssEKORF4Ng

    Gar nicht mal der Pass an sich, aber das Antizipieren bzw. blitzschnelle Erkennen der Situation.

    Hummels und Boateng mit ihrer Spieleröffnung und Fähigkeit messerscharfe Pässe zu spielen, sind auch ein Pfund. Hat kein anderer Club in dieser Kombi zu bieten!

    1. Josef

      Ha! Gut dass du es nochmals ansprichst. Klarer Fall von “aus dem Lehrbuch eines Weltklassespielers”.

      Erinnert mich an ein Interview von Saul Niguez, das ich vor ein paar Tagen auf Twitter las (leider nicht zur Hand). Saul beschrieb darin das Zusammenspiel mit Busquets und erklärte, dass Busi nicht nur sensationell gut ist, sondern quasi für seine Mitspieler mitdenkt. Sinngemäß zitiert: “Spielt Busi dir den Ball kurz, sollst du danach einen Rückpass spielen und neu aufbauen; spielt Busi dir den Ball in den Lauf, sollst du danach weiter nach vorne spielen.”

      Und genau das hat Boateng hier gemacht. Müller kommt ihm nämlich entgegen und will in den Fuß angespielt werden, aber Boa sieht die Lücke vor Müller und spielt den Ball deshalb an ihm vorbei in den Lauf, so dass Müller zwangsläufig nach vorne drehen muss und Blickrichtung Dortmunder Tor bekommt.
      (Auch durchaus richtig gut von Müller. Nicht alle Spieler ändern hier so leichtfüßig ihren Laufweg und bekommen Boatengs Ball.)

    2. Lukas

      Meine Rede! Man kann viel über Thiago James Lewa reden, ich denke man sollte aber die letzten 2-3 Jahre genießen, in denen wir ein historisch gutes IV Duo haben. Sowas gibts so schnell nicht wieder. Was Boateng seit ein paar Wochen spielt ist einfach nur unglaublich. Hummels macht natürlich viele eigenartige Fehler, da muss man aber auch sehen, was er sich alles traut. Da finde ich die Fehler völlig in Ordnung, solange er dann im entscheidenden Moment keine macht. Aber auch bei ihm muss man sich die Aktion anschauen, als er den Befreiungsschlag mit genialem Timing abfängt, James den Ball überlässt und dann bis zum Torwart durchläuft und so den Raum hinter sich wieder für James freizieht… genial

  6. FR7

    Auch ich habe Sevilla gegen Barcelona geschaut und muss sagen, dass mich Sevilla nicht so sehr beeindruckt hat wie es das Endergebnis aussagen könnte. Barca erwischte einen miesen Tag und zeigte ähnlich wie die argentinische Nationalmannschaft, dass die Offensivgefahr der Mannschaft mit Messi steht und fällt. Er kreiert, er serviert, er sieht, er passt, er schießt, er entscheidet ein Spiel, im Alleingang. An einem anderen Tag hätte Sevilla auch gut und gerne deutlich gegen Barca verlieren können, ich würde nicht zu viel an diesem einen Spiel festmachen. Die Offensive wird bei uns zum Glück auf mehrere Schultern verteilt. Da Vidal angeschlagen war und seitdem auch nicht gespielt hat bezweifle ich, dass er beginnen darf. Hinter Thiagos Einsatz in der Startelf setze ich ein großes Fragezeichen. Da Martinez und James gesetzt sein dürften und man auch auf Müller in dieser Weltklasseform im Grunde nicht verzichten darf, könnte ich mir aber durchaus vorstellen, dass wir Martinez, James und Thiago im Mittelfeld sehen werden und Müller dafür auf dem rechten Flügel Robben ersetzt, der mir regelmäßig meine Thesen Statistik versalzt. Angriff ist die beste Verteidigung, Bayern muss druckvoll beginnen und Sevilla von Beginn an zeigen, dass sie sich im Wettbewerb verirrt haben. Zwei La Liga begeisterte Freunde sagten mir, dass Sevilla sich sicherheitshalber weiter zurückzieht wenn man sie oft und effektiv angreift (in der Liga ist das oft gegen Real Madrid und Barcelona zu sehen), allerdings bleiben sie dabei auch für die gesamte jeweilige Halbzeit. Das hat sich angeblich auch unter dem neuen Trainer nicht geändert. Hat sich Sevilla erst einmal aus Angst vor einem Auswärtsgegentor zurückgezogen, ist die halbe Miete bereits bezahlt. Besonders Banegas Abwesenheit wird Sevilla sehr schmerzen, das wurde im Artikel bereits ausführlich beschrieben. Martinez wird in diesem Spiel unser Schlüsselspieler sein, er alleine kann anhand seiner Körpersprache und Sicherheit darüber entscheiden ob Sevilla sich respektvoll zurückzieht und versucht zu kontern oder ob sie uns wie Besiktas höher pressen und stören wollen, je nachdem wie weit Martinez sich nach vorne traut und von seinen Mittelfeldkollegen unterstützt wird. Sollte die Mannschaft denselben Offensivdrang zeigen wie schon gegen Dortmund, mache ich mir keine Sorgen darum ob wir ein oder mehrere Tore schießen. Ich freue mich einfach nur auf das Spiel, als Bayernfan waren einem diese Saison ja leider nicht viele Höhepunkte vergönnt.

    Meine fünf Thesen zum bisher wichtigsten Spiel der Saison:

    1. Müller, James und Martinez stehen erneut in der Startelf.


    2. Es fallen mindestens drei Tore.


    3. James erzielt einen Scorerpunkt.


    4. Sevilla erzielt in der ersten Halbzeit kein Tor.


    5. Bayern München gewinnt dieses Champions League K.O.-Spiel, auswärts, in Spanien.

    Da trafen vier verschiedene Spieler gegen Dortmund und Robben war nicht dabei, der Tippgott meinte es nicht gut mit mir. Erneut nur zwei richtige Thesen.

    Meine Trefferquote liegt noch knapp bei 57%. (Insg. 96 von 170 richtig)

  7. Wer hier glaubt, dass ich irgendeine Analyse an nur einem Spiel festmache, der unterschätzt meine Arbeit dahinter gewaltig. Nur als kleine Info am Rande. Es gibt durchaus Gründe, Sevilla zu unterschätzen – speziell die Inkonstanz und einige Packungen gegen starke Teams. Aber es gibt noch viel mehr es nicht zu tun.

    1. Jo

      Es ist ganz offensichtlich, dass da (wie schon gegen Besiktas) ne Menge Arbeit dahinter steckt.

      Was mir bei Sevilla ins Auge fällt ist die fast schon katastrophale Bilanz an Gegentoren (jedenfalls für ein Spitzenteam). Wenn man (wie ich) nur die Spiele gegen Manchester gesehen hat, ist das kaum nachzuvollziehen.
      Aus deiner Analyse würde ich ggf. mangelnde Kompaktheit in der Endverteidigung herauslesen? Oder siehst du da andere Punkte?

      1. Ich glaube, dass das aus den Katastrophenauftritten resultiert. Sie haben in dieser Saison in der Liga schon häufiger 4 oder 5 kassiert. Es gibt immer wieder Phasen, in denen sie unkonzentriert sind. Top-Teams können das nutzen. Gerade in der Champions League spielen sie aber oft einfach konzentrierter und besser. Typische Pokalmannschaft.

        Trotzdem: Bayern muss diese Lücken im Verschieben erkennen und nutzen. Dann ist gerade im Heimspiel auch ein deutliches Ergebnis möglich.

    2. FR7

      Falls du dachtest ich hätte dich damit gemeint, irrst du dich. ;-) Ich meinte einen Kollegen aus den Kommentaren und generell alle die Sevilla nur anhand dieses Spiels gegen Barcelona bewerten wollen. Ich weiß ungefähr wie viel Recherche du betreibst und wie viel Arbeit hinter nur einer Vorschau steckt. :-* Speziell dann wenn es kein Bundesliga Team ist und man auch selbst das Team erst kennenlernen muss. Kann mir schon vorstellen wie mühsam das sein muss.

      1. Alles gut, wollte jetzt auch nicht den Angeschossenen spielen, aber der Eindruck kann ja gewonnen werden. Mein Fokus rückt speziell auf Barca, weil die uns nicht unähnlich sind.

  8. cj

    Ich bin ganz entspannt. In Sevilla wird es vielleicht eine enge Kiste, aber ich glaube nicht dass Sevilla defensiv stark genug ist, um die Wucht eines CL-Viertelfinales in München zu überstehen. Unter Heynckes wird die Mannschaft nicht unter ihren Möglichkeiten spielen und das reicht zumindest für Sevilla.

    1. cj

      Ich habe mir gerade auch mal die Wettquoten angeschaut: schon im Hinspiel ist Bayern hoher Favorit, insgesamt ist Sevilla 80:1 Aussenseiter für den CL-Titel. Das ist ein Gegner bei dem ein Ausscheiden schon eine mittlere Katastrophe wäre.

  9. rotweiss

    bernat statt alaba…und der österreicher nicht mal auf der bank? weiß wer mehr?

    1. rotweiss

      …der kicker…alaba verletzt…

  10. MG

    Jetzt hat man die ganze Zeit den James so gelobt und was ist, heute nicht in der Startelf. Erstmal defensiv.

    1. Osrig

      Und mit Vidal! Da kann man nur hoffen, dass wir die 90 Minuten nicht nur zu Zehnt beenden. Ich hätte lieber James und einen defensiv ausgerichteten Thiago in der Startelf gesehen. Na ja, mal abwarten…

    2. Ich bin auch nicht so richtig glücklich mit der Aufstellung von Vidal statt James, aber irgendwie war es ja doch zu erwarten. Dann schauen wir mal, ob wir nicht eines Besseren belehrt werden.
      Schade auch, dass Alaba ausfällt.

  11. Herrispezial

    Es fallen mir bisher 2 Dinge auf: Zum einen spielen unsere Jungs nach vorne mit sehr angezogener Handbremse. Und zum anderen fehlt der Mannschaft das Selbstvertrauen, gegen einen solchen Gegner wie selbstverständlich das eigene Spiel aufzuziehen. Daran merkt man dann, dass es viel zu wenig Duelle gegen große Gegner gibt, mit denen wir uns messen können. Sevilla konnte am Wochenende ein 2:2 gegen das große Barcelona holen, aber wir haben ein 6:0 gegen schwache Dortmunder im Gepäck, von dem man nicht mal im Ansatz weiß, was es Wert ist (zumal davor die Niederlage in Leipzig war). Etwas mehr Spiele, in denen wir so richtig gefordert sind, würden gerade in der KO-Phase der CL sehr helfen. Aber leider gibt es in der Liga keinen echten Gegner mehr, gegen den es dann auch mal um die Saison geht.

  12. Pat

    Bernat hat jetzt mal gar keine Zukunft mehr. Zu Recht….

  13. Das erwartet schwere Spiel, aber definitiv auch ein gutes Spiel beider Mannschaften. Eigentlich sollte man in der Allianz Arena nun den Sack zumachen können.

    Super Partie vor allem von Ribéry, Rafinha und unserem IV Traumduo. Aber Bernat… Mein lieber Schwan, das war ja ein regelrechter Albtraum.

    1. wohlfarth

      Bernat ist nur ein durchschnittlicher Bundesligaspieler, bei großen Spielen überhaupt nicht zu gebrauchen. Das wird auch nix mehr. Nach diesem Spiel werden wir aber auch keinen spanischen Verein finden, der ein paar Euros für ihn löhnen würde.
      Dafür mit Rafinha verlängern, den kannst immer bringen.

  14. Herrispezial

    IN HZ2 war dann erfreulicherweise mehr Selbstvertrauen da und die Bereitschaft, den Ball laufen zu lassen. Allerdings gibt es noch viele Kleinigkeiten zu verbessern. Alleine die Fehlpässe von Hummels können sehr gefährlich werden. Immerhin haben wir aber im Mittelfeld die Hoheit gewonnen – das war der Schlüssel zum Erfolg. Und mit dem 2:1-Sieg auswärts können wir im Rückspiel eigentlich gelassen genug ins Spiel gehen und werden trotzdem hinreichend fokussiert bleiben.

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