Vorschau: Bayer 04 Leverkusen – FC Bayern München

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Gerade noch in der Champions League souverän den FC Sevilla besiegt, schon steht Real Madrid vor der Tür. Irgendwie war da noch ein Bundesliga-Spiel gegen Gladbach und dann gibt es ja noch den Pokal. April und Mai sind für Bayern-Fans vermutlich die Höhepunkte des Jahres. Damit sie vom Mai etwas mehr haben als im letzten Jahr, muss nun die Hürde Leverkusen übersprungen werden.

Gar nicht so einfach. Das durften im Laufe der Saison schon viele Mannschaften erfahren. Heiko Herrlich wurde vielerorts unterschätzt. Zu unerfahren, fehlende Flexibilität, kaum Abgrenzung zu anderen Trainern – die Vorwürfe waren sehr unterschiedlich.

Doch der Ex-Profi ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass man niemanden von Beginn an unterschätzen sollte. Nach Anfangsschwierigkeiten hat er in Leverkusen eine Basis geschaffen, die auch umworbene Spieler wie Julian Brandt zur Verlängerung bewegt hat.

Leverkusen ist mal wieder im Wachstum

Zu Beginn der Saison sah das noch etwas anders aus. Wirkliche taktische Veränderungen zu Vorgänger Korkut gab es zumindest im großen Stil nicht. Die Grundordnung war ein 4-4-2, das sich in einigen Situationen zum 4-2-3-1 oder 4-2-4 wandelte.

Ohne Ball blieb das hohe, bisweilen sehr mannorientierte Pressing bestehen. Mit Ball setzte Herrlich auf eine Beruhigung des Spiels. Fast schon eine Parallele zum Menschen Heiko Herrlich.

Unter dem mitunter aufbrausenden Schmidt spielte Bayer häufig noch sehr schnell die vertikalen Pässe, während sich jetzt zunehmend ein geduldiges Aufbauspiel entwickelt hat. Dabei lassen sich die Sechser etwas fallen, während die Außenverteidiger nach vorne rücken.

Problematisch war zu Beginn der Saison, dass die Abstände nicht gut waren. So geriet die Mannschaft auch bei Ballverlusten immer wieder unter Druck, weil in Umschaltmomenten eine schlechte Organisation herrschte. Die hohe Symmetrie in der Grundausrichtung förderte die Schwierigkeiten.

Im Laufe der Saison entschied sich Herrlich deshalb für einige Anpassungen, die besonders Julian Brandt sehr zu Gute kamen. So stellte er auf eine flexible Abwehrreihe um. Eigentlich hat Herrlich lediglich ein paar Asymmetrien hinten eingebaut, die nun zu deutlich besserer Organisation geführt haben.

Man könnte von einem 3-4-2-1 sprechen, doch das trifft es eben nicht gänzlich. Gegen Leipzig starteten beispielsweise Sven Bender und Tah als nominelle Innenverteidiger. Wendell gab quasi den dritten Part in der Dreierkette, kann aber auch als tieferer Linksverteidiger gesehen werden.

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Der Brasilianer agiert in der Regel deutlich höher als seine beiden Kollegen, aber auch tiefer als der rechte Flügelverteidiger, der wiederum tiefer steht als der linke Flügelverteidiger, der wiederum… Ihr wisst schon. Hier ein Bild zur Veranschaulichung:

3-4-2-1 oder doch 4-2-3-1? Oder ein asymmetrisches 3-3-3-1? Herrlich zeigt sich flexibel und beweist: Formationsnummern sind Telefonnummern und Kritiker sind nicht selten zu voreilig. 

Durch diese Asymmetrien hat Leverkusen tatsächlich auch zu einem passablen Ballbesitzsspiel gefunden. Gegen den Ball kann flexibel zwischen Dreier-, Vierer- und Fünferkette gewechselt werden, was auch den Gegnern das Toreschießen erschwert. 37 Gegentore sind immer noch viel, jedoch im Verhältnis zur Liga und der eigenen Spielweise okay.

Nun wird Wendell aber verletzt fehlen. Es wird spannend zu sehen, ob Herrlich seine Grundausrichtung erneut anpasst, oder ob er versucht, die Ausfälle mit einfachen Wechseln zu kompensieren. Gegen Frankfurt setzte er auf Retsos als direkten Ersatz.

Herrlichs Prunkstück ist jedoch die Offensive. Dort durfte Julian Brandt durch die Umstellungen endlich weiter in den Halbraum rücken, wo er sich schlicht am wohlsten fühlt. Seitdem ist seine Form auch stark ansteigend.

Neben ihm spielt zumeist Bailey, der ebenfalls eine herausragende Saison spielt, als eine Art offensiver Flügelverteidiger. Brandt (18) und Bailey (17) waren zusammen in allen Wettbewerben an 35 Toren beteiligt. Wortspiele, die aufzeigen sollen, dass schon die beiden Nachnamen gut zueinander passen, verbieten sich an dieser Stelle.

Schon die linke Seite der Werkself spielt wie im Rausch, doch sie ist längst nicht alles, was Herrlich zu bieten hat. Rechts hatte der Trainer zuletzt etwas variiert. Entweder gab Lars Bender, wie gegen Leipzig, den rechten Flügelverteidiger. Dann war diese Seite deutlich tiefer ausgerichtet.

Mit Bellarabi hingegen kommt dort etwas Durchschlagskraft nach vorne hinzu, wenngleich auch er mehr Defensivaufgaben hat als sein Pendant Bailey. Bellarabi glänzte gegen Frankfurt mit zwei Torvorlagen.

Die beiden versetzten Stürmer vorne sind häufig Volland und Havertz. Beide ergänzen sich super. Während Havertz etwas tiefer positioniert ist, und ein bisschen das Äquivalent zu Brandt auf der anderen Seite bildet, bewegt sich Volland sehr flexibel.

Der Stürmer erzielte am Wochenende drei Tore, aber was wirklich beeindruckend ist: Leverkusen ist nicht abhängig von einem dieser Angreifer. Sie alle zusammen ergeben eine der gefährlichsten Offensivreihen der Liga, und so verteilen sich die Tore auf viele Köpfe. 15 verschiedene Torschützen gibt es bei knapp 70 Treffern in allen Wettbewerben im Kader der Werkself.

Das liegt allein in der Natur dieser tollen Fußballer, könnte man meinen. Dass es aber so fantastisch anzusehen ist, liegt zu großen Teilen eben an jenem Heiko Herrlich, der sich ein vorläufiges Lob aller Kritiker verdient hat.

Auch wenn er das in der kommenden Saison noch bestätigen muss, so hat er gezeigt, dass kleine taktische Kniffe und Anpassungsfähigkeit auch in Trainern stecken können, von denen man dies nicht unbedingt erwartet hätte. Vielleicht kann man daraus auch als Bayern-Fan etwas lernen.

Der schwerste Gegner im Wettbewerb

Leverkusen vereint mit seinem mittlerweile gut organisierten Pressing und den kleinen, wendigen sowie technisch starken Spielern eine Offensive, die den Bayern richtig wehtun kann. Sie erinnern damit an Borussia Mönchengladbach vor ein paar Jahren, obwohl man sich in München vermutlich nicht so gern an die erinnert.

Es wird umso interessanter, wie Heynckes sich darauf vorbereiten wird. Zuletzt ist seine Mannschaft nach längeren Ballbesitzphasen des Gegners sehr stabil gewesen. Probleme gab es, wenn sie nach Ballverlusten schnell umschalten mussten. Genau da liegt der zentrale Punkt am Dienstagabend. Schaffen es die Bayern, endlich wieder eine sichere Ballzirkulation auf den Platz zu bringen?

Gerade über die Schaltzentrale im Mittelfeld muss mehr kommen. Zuletzt verflachte der Spielaufbau etwas in der berühmten U-Struktur. Am Samstag sah das schon deutlich besser aus. Thiago, Tolisso, Müller und Rudy zeigten ab dem 0:1-Rückstand eine äußerst dominante und kreative Leistung. Lange ist es her, dass eine Bayern-Mannschaft das Mittelfeld so kontrolliert hat. Das lässt sich auch nicht durch einen vermeintlich schwachen Gegner relativieren.

Die besondere Struktur, die durch diese vier Spieler im Zentrum entstand, gab den Bayern eine gewisse Sicherheit, die richtungsweisend für die Zukunft sein könnte. In einigen Situationen zeigte sich zwar, dass ein Flügelspieler dem Spiel hin und wieder gut getan hätte, doch diese Leerstelle kompensierten die Bayern sehr gut. Gerade mit der Einwechslung von James, der auch genauso gut für Tolisso hätte kommen können, steigerten sich die Münchner nochmals.

Es war ein Plädoyer dafür, Thiago und James häufiger gleichzeitig auf der Acht auflaufen zu lassen. Jupp Heynckes geht bei Vidal und Tolisso immer von einer automatisch höheren Stabilität aus. Dass diese beiden Spieler – insbesondere Vidal – aber auch häufiger für unnötige Ballverluste in der Ballzirkulation sorgen, und so die Schwächen in Umschaltmomenten offenbaren, wird unter den Tisch gekehrt. Das soll an dieser Stelle nicht als Kritik an Tolisso gewertet werden. Der Franzose hat sich gut entwickelt, braucht aber noch Zeit.

Natürlich sind die Gedanken des Trainers nachvollziehbar, aber es würde sich lohnen, darüber nachzudenken, ob Thiago und James nicht doch stabiler mit und gegen den Ball sind als alle anderen Kombinationen. Ohne den verletzten Vidal böte sich nun die große Chance.

Gegen Leverkusen könnte sich unabhängig vom Personal eine Art X-Struktur oder V-Struktur bezahlt machen. Ihr werdet euch jetzt vermutlich den Kopf kratzen, und hinterfragen, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Ich versuche mich aber erstmal zu erklären:

Das X sieht quasi aus wie zwei aufeinander zeigende Pfeile. Soll heißen: Der Spielaufbau sollte aus den Halben im ersten Drittel ins Zentrum erfolgen. Dort herrscht die Gefahr, dass Leverkusens Pressingfalle zuschnappt. Allerdings öffnen sie dabei gerne die eigenen Halbräume durch nicht immer diszipliniertes Aufrücken.

Hier sind Müller, James, aber auch Ribéry prädestiniert dafür, sich anzubieten, die Positionen zu tauschen, und die Halbräume somit zu öffnen. Thiago beispielsweise hätte die Qualität, den Ball unter Druck genau in diese Zone zu spielen. Zack! Überzahl im Angriffsdrittel, wenn gut nachgerückt wird.

Beim V dachte ich nicht etwa an Ancelottis statisches Mittelfeld, sondern an den direkten Weg in die Halbräume, indem Müller als Freiläufer dient. Leipzig schaffte es gegen Leverkusen gerade in der Anfangsphase häufig, die Halbverteidiger zu binden, indem Havertz oder Volland vermeintliche Laufwege in deren Rücken initiierten. Das wäre Müllers Rolle.

Wichtig ist darüber hinaus, dass die Mittelfeldspieler es schaffen, die Sechser etwas herauszuziehen und so ebenfalls zu binden. Dann kann aus der Innenverteidigung heraus ein diagonaler Ball in den Halbraum gespielt werden, wo sich entweder der herauskippende Lewandowski, Ribéry, Robben oder ein Mittelfeldspieler anbieten. Dafür brauchen die Bayern aber sehr viel Bewegung. Beispielsweise durch das Kreuzen auf gleich mehreren Positionen. Zack! Wieder eine gute Ausgangssituation im Angriffsdrittel.

Wenn alles so einfach wäre… Natürlich ist die Grafik nur zur Visualisierung gedacht. Aber genau in diesen Bereichen offenbarte Leverkusen zuletzt Probleme. Mit den beiden geschilderten Optionen bieten sich vielleicht Chancen. Dargestellt ist die X-Variante – wer kennt sie nicht?

Der Nachteil an meinen Methoden: Sie sind leider gar nicht so leicht umzusetzen, wie es unsere mit viel Aufwand produzierten Grafiken manchmal implizieren. Auch Leverkusen weiß schließlich um seine Schwächen und der Druck auf die jeweils Ballführenden wird enorm sein. Daher gilt für die Bayern auch, dass sie nichts überhasten sollten. Spielen sie zu oft vertikal, droht auch der Kontrollverlust über die Partie.

Sowohl in Ballbesitzphasen als auch in Phasen gegen den Ball sollten die Münchner gut organisiert sein, und sich nicht zu große Abstände erlauben. Genau die weiß Leverkusen nämlich zu nutzen. Und ist die Maschinerie um Brandt, Volland, Havertz, Bailey und Co. erstmal angeschmissen, könnte das ein übler Pokalabend für den FC Bayern werden. Vielleicht wird es sogar die härteste Partie der Saison – zumindest auf nationaler Ebene. Beide Teams steuern derzeit auf ihre Bestform zu, und so darf Deutschland sich auf ein vorweggenommenes Finale freuen.

Wichtiger Hinweis: Leider hat sich bei mir im Studium eine Situation ergeben, die meine Zeit in den nächsten zwei, drei Monaten stark eingrenzen wird. Wie schon gegen Gladbach wird Tobias das Vorschau-Format in der Bundesliga retten. Er kann das inhaltlich mindestens genauso gut wie ich. Die einzige Änderung wird sein, dass der Fantipp endgültig wegfällt. Für die neue Saison habe ich bereits ein Konzept erarbeitet, das mir diese “Baustelle” deutlich vereinfachen wird. Zu gegebenem Zeitpunkt werde ich diese hier vorstellen. Ich bitte um euer Verständnis, dass dieser kleine aber feine Zusatz jetzt erstmal wegfallen muss.

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Leserkommentare
  1. wipf1953

    Also aktuell kommen die Artikel Schlag auf Schlag – für was bin ich eigentlich “Patreon”? Nicht falsch verstehen, tolle Berichterstattung, gerade in diesen “bewegten Zeiten” ..

    1. Alle, die uns bei Patreon unterstützen, tragen dazu bei, dass wir diese Quantität und Qualität an Artikeln auch nächstes Jahr und im Jahr danach hoffentlich halten können, wenn es in die englischen Wochen geht. Wir hatten nicht vor, eine Exklusivgesellschaft zu bilden, die unsere Standardformate für Geld exklusiv erhält. Der Vorteil bietet sich für unsere Patreons in der monatlichen Kolumne sowie der Kommunikationsmöglichkeit. Dort kannst Du uns jederzeit kontaktieren. Es gibt hin und wieder Q&A-Runden, Befragungen, welche Themen interessant wären, und und und. Wir sind bemüht, unseren Zahlern einen Vorteil zu bieten, aber gleichzeitig nicht komplett auf Patreon zu verschwinden.

      Wenn du uns also unterstützt, dann kriegst du neben ein paar Vorteilen auch die Gewissheit, dass wir weiter in dieser Qualität berichten können. Wenn dir die Vorteile nicht genügen, darfst du uns gern schildern, was du dir noch wünschst und wir denken zumindest mal darüber nach oder diskutieren mit dir darüber.

  2. FR7

    “… so hat er gezeigt, dass kleine taktische Kniffe und Anpassungsfähigkeit auch in Trainern stecken können, von denen man dies nicht unbedingt erwartet hätte. Vielleicht kann man daraus auch als Bayern-Fan etwas lernen.”

    Danke, besser hätte man es nicht sagen können. Viele denken ernsthaft, dass Kovac die Bayern zu einem zweiten Frankfurt machen wird und wir dann nur noch rumholzen. Er macht in Frankfurt mit dem Kader das was eben maximal möglich ist, mit zig verschiedenen Nationalitäten wohlgemerkt. Bei uns wird er in seinen Variationen und Möglichkeiten völlig unlimitiert sein. Sollte Peter Hermann als sein Assistent weiterbeschäftigt werden, könnten wir im Bestfall weiterhin unseren “Jupp-Fußball” genießen, vielleicht leicht abgewandelt mit einer speziellen Kovac-Note. Vielleicht bin ich ja zu optimistisch, aber wer weiß, mittlerweile freue ich mich jedenfalls auf Kovac.

    Da Vidal sich heute bei einer Trainingseinheit das Knie verdreht hat und vom Platz gefahren werden musste, warte ich bis morgen Abend mit den Thesen. Bis morgen Abend kann bzgl. des Spiels noch einiges passieren.
    Leverkusen kommt zum perfekten Zeitpunkt. Die Bayern werden gezwungen pünktlich zum Saisonendspurt an ihr Leistungsmaximum zu gehen, so stark schätze ich Leverkusen aktuell ein. Eine der formstärksten Mannschaften die uns in ihrem Stadion in jeder Hinsicht alles abverlangen wird. Danach Hannover zum Durchschnaufen für Real Madrid, die uns noch mehr als alles abverlangen werden. Man stelle sich vor wir müssten jetzt Pokal gegen einen viel schwächeren Gegner spielen den wir mit Leichtigkeit weghauen, wie z.B. den HSV oder Dortmund. Das wäre keine nützliche „Generalprobe“ für ein Spiel gegen den Titelverteidiger der Champions League. Mit Leverkusen könnte die Mannschaft erneut einen Sprung nach vorne machen, bzw. sollte einen Sprung nach vorne machen. Der Leistungspegel bleibt oben, so wird die bereits gewonnene Meisterschaft nicht zum eigenen Stolperstein. Ich erinnere mich noch an Peps Klappstuhl im Pokal Viertelfinale gegen Leverkusen beim Elfmeterschießen. Es wird sicher wieder so eng werden, würde mich nicht wundern wenn wir (mal wieder) zuerst in Rückstand geraten und das Ergebnis dann drehen müssen. Wenn es uns das genauso bravourös gelingt wie schon gegen Augsburg oder M´Gladbach soll mir das recht sein. Heiko Herrlich scheint sehr gut darin zu sein zur Halbzeit die richtigen Korrekturen durchzuführen. In der Halbzeitpause wird das eigene Spiel umgestellt um den Gegner vor weitere Probleme zu stellen. Darin sind z.B. auch Tuchel und Guardiola sehr gut. Es wird also wichtig nicht erst ab der 20. Minute oder dem ersten Gegentreffer „aufzuwachen“. Die bereits im Artikel beschriebene Kontrolle im Mittelfeld wird Beginn an da sein müssen. Wichtig ist, dass man bereits in der ersten Halbzeit trifft. Sobald die Bayern in Führung gehen, entwickelt sich wie magisch eine unglaubliche Ballsicherheit, die Mannschaft beruhigt sich selbst und das Spiel und kontrolliert den Gegner nach Belieben. Auch der Gegner trägt hierzu seinen Teil bei, dennoch habe ich genau das unter Heynckes oft beobachten können. Sollte Jupp seine beste Elf aufstellen – was er zweifellos tun wird – und nicht alles gegen den FCB läuft, wird unser FCB ins Pokalfinale einziehen. Ganz großes Kino wenn die Bayern dann auf Niko Kovac im Finale treffen würden. Es wäre zu köstlich.

    1. Olorin

      “Viele denken ernsthaft, dass Kovac die Bayern zu einem zweiten Frankfurt machen wird und wir dann nur noch rumholzen.”

      Mir fällt spontan niemand ein, der das so gesagt hätte. Die Frage ist, ob, wie und von wem jemand, der bisher-um in deiner leicht plakativen Formulierung zu bleiben-vor allem holzen ließ, innerhalb weniger Monate lernt, ein primär auf Ballbesitzfußball basierendes System gut (!) einzutrainieren. Nix ist nämlich schlimmer als schlecht gespielter Ballbesitzfußball. Während er sich gleichzeitig an die Dreifachbelastung gewöhnen muss und eine ihm vollkommen unbekannte Mannschaft kennenlernt. Kovac wird eine Menge Dinge in kürzester Zeit lernen müssen. Du musst diese Argumente ja nicht teilen, aber gib sie bitte korrekt wieder.

      Wie auch immer: ich denke die Argumente dazu sind ausgetauscht und wir drehen uns im Kreis. Alles was ich dazu zu sagen habe hab ich gesagt, bin jetzt nur kurz nochmal drauf eingegangen weil du die Argumentation von mir und anderen so verdreht hast. Die Anspielungen von Justin im Artikel find ich sehr treffend: auch wenn jemand mit Zweifeln empfangen wird gibt es die Möglichkeit zu überzeugen, wenn man ihm die Chance lässt. Jeder von uns sollte Kovac diese Chance geben, ihn zu überzeugen. Und wenn es nur ist, weil der Verein sehr davon profitieren könnte, wenn Kovac funktioniert. Für mich persönlich spielt noch mit rein, dass ich ihn menschlich sehr sympathisch finde, soweit man das aus der Ferne beurteilen kann.

      1. FR7

        “…Mir fällt spontan niemand ein, der das so gesagt hätte”
        Ich sprach auch weniger von diesem Blog. Viele Bayernfans generell glauben, dass unser Spiel mit Kovac zurück in die 90er fallen würde. Solche Untergangsszenarien bin ich nicht bereit zu teilen. Das man das zumindest hier in diesem Blog deutlich differenzierter betrachtet schätze ich sehr.

        “…der bisher-um in deiner leicht plakativen Formulierung zu bleiben”
        …äähm, sehr viele meiner Kommentare sind “leicht plakativ”. Das soll so. :D Ich mag es außerdem zu der mehrheitlichen Meinung eine Art Opposition zu stellen. Besonders dann wenn ich tatsächlich ganz deutlich anderer Meinung bin. Das tut dem Blog und uns allen sehr gut, finde ich.

        “…bin jetzt nur kurz nochmal drauf eingegangen weil du die Argumentation von mir und anderen so verdreht hast.”
        Das habe ich, wenn überhaupt, nicht bewusst gemacht. :/ Das wäre sehr unhöflich. Sorry an dieser Stelle, ist mir bei der Diskussion wirklich nicht aufgefallen.

        Wenn ich das Plakative weglasse, dann sehe ich Kovac weder positiv noch negativ. Ich finde ihn als Menschen sympathischer als Hasenhüttl, Tuchel und Favre, zumindest in diesem Punkt ist er den anderen Kandidaten vorraus. Das ist auch alles was ich über ihn denke, mehr weiß ich von ihm ehrlich gesagt nicht wirklich. Mit Kovac haben die Bayern alles auf eine Karte gesetzt, es kann nun super funktionieren und die Mannschaft samt Verein entwickelt sich weiter, oder aber es geht voll nach hinten los. Beide Szenarien werden dem Klub weiterhelfen. Nagelsmann schwärmte gestern erneut bei Wontorra und setzte den FC Bayern einmal mehr an höchster Stelle bei den Vereinen die er gerne trainieren würde. Falls es also schiefgeht, hätten wir nächstes Jahr die Möglichkeit……… Ich lasse bzgl. der neuen Saison alles auf mich zukommen, Peter Hermann zu halten wäre schon mal ein Geniestreich und bringt nicht nur Kovac, sondern auch den ganzen Verein in jeder Hinsicht weiter. Abwarten und Tee trinken.

      2. Osrig

        “Die Anspielungen von Justin im Artikel find ich sehr treffend: auch wenn jemand mit Zweifeln empfangen wird gibt es die Möglichkeit zu überzeugen, wenn man ihm die Chance lässt. Jeder von uns sollte Kovac diese Chance geben, ihn zu überzeugen.”

        Das unterschreibe ich doch gleich mal!! :-)

      3. Anton

        Man sollte sich doch bitte nicht den Medien anschließen, die jetzt schon wieder im Gange sind, alles schlecht zu machen.
        Kovac hat doch auch als kroatischer Nationaltrainer keine schlechte Arbeit geleistet und auch die Kroaten haben nicht wie Eintracht Frankfurt gespielt.
        Aber auch ein Kovac muss erst einmal sehen, was er als Spieler zur Verfügung hat und das sah bei seiner Übernahme in Frankfurt auch nicht so toll aus. Mittlerweile spielen die auch schon anders – aber schon alleine aus finanziellen Gründen ist Frankfurt eben nicht der FC Bayern.

        Ohne hier großkotzig wirken zu wollen – von dem Mittelfeld und dem Angriff träumen sie doch in Frankfurt. Hinten haben sie einen Radeci und einen Abraham und was hat der FCB?

        Wer also glaubt, dass ein Nico Kovac nicht in der Lage ist, mit den entsprechenden Spielern auch entsprechenden Fußball zu spielen, denkt offenbar sehr kurz.
        Er weiß sicher was ihn erwartet und wird garantiert nach der erfolgreichen Saison eines Heynckes nicht den Fehler machen, das Rad neu erfinden zu wollen.
        Und auch Kovac wird die Chance nutzen, sich mit dem erfolgreichen Herrmann auszutauschen.
        Das wichtigste für ihn wird sein, den Generationswechsel weiter voranzutreiben, vor allem auf den Außenbahnen. Und auch in der Abwehr stehen bald Baustellen ins Haus. Man darf nicht vergessen, dass auch ein Boateng, ein Hummels, ein Martinez in diesem Jahr die 30 erreichen.
        Wünschen wir ihm alles Gute und eine glückliche Hand.
        Vom Typ her ist der genauso akribisch wie ein Heynckes.

  3. Systemrelevant

    Also ich bin froh, dass mit Leverkusen einer der besten und konstantesten Mannschaften der Buli in den vergangenen 20 Jahren wieder zurück zu einem konstruktiven und gepflegten Ball gefunden hat. Nach dem schwierigen Start und dem ein oder anderen Zwischentief sind sie jetzt rechtzeitig für das Halbfinale wieder in Spiellaune und werden uns alles abverlangen.

    Als Einstimmung für die nächsten 3 Wochen jedenfalls das perfekte Spiel und Gegner. Werden wir von Minute 1 konzentriert an die Sache rangehen? Welche Elf wird Jupp aufstellen? Sieht er wirklich Thiago und James + Martinez als seine Zentrale?

    1. Cickham

      Ja bitte!!!! Thiago, James und Martinez in der Zentrale. Davor Müller, Ribery und Lewa, so leid es mir für Robben tut, er kann dafür ab der 70. Minute nochmal für Dampf sorgen.
      Genauso sollten wir dann gegen Real spielen. Kann mir keiner sagen, dass die drei schlechter sind als Casemiro, Kroos und Modric. Thiago sollte allerdings grundsätzlich seine “Mätzchen” lassen. Wenn er konzentriert, engagiert und fokussiert spielt (wie z.B. beim 6:1 gegen Porto), ist er einer der besten der Welt.
      Real hat auf jeden Fall gehörig Respekt vor uns. Das Spiel am kommenden Wochenende gegen Sevilla wurde verlegt. Kein Wunder, gegen die Holzertruppe will man keine Verletzungen riskieren.
      Genau das sollten wir gegen Leverkusen auch möglichst vermeiden. Ich würde Lewa auch auf der Bank lassen. Wagner ist einfach geil drauf und mit seiner Physis für ein Auswärtsspiel in Leverkusen prädestiniert.

      1. FR7

        Unser Mittelfeld ist dem von Real Madrid in dieser Konstellation mindestens ebenbürtig. Auch von den jeweils drei Spielertypen wäre es fast gespiegelt (Casemiro-Martinez, Kroos-Thiago, Modric-James). Ich finde, dass zumindest gegen Real Madrid Müller nicht auf rechtsaußen starten sollte, der Grund dafür ist einfach und lautet: Marcelo. Dieser ist seit Alabas Leistungsabfall vor zwei Jahren wieder der beste Linksverteidiger der Welt. Er würde einen Müller stark einbremsen, ein flinkerer Robben mit Kimmich wären schon eher die Lösung, zumal Ronaldo sich nur ungern an Defensivarbeit beteiligt. Müller würde ich für Robben eher einwechseln, wenn der Holländer mal wieder seinen Egotrip fährt oder um neue Akzente zu setzen, sofern wir in Rückstand geraten.

        “Real hat auf jeden Fall gehörig Respekt vor uns. Das Spiel am kommenden Wochenende gegen Sevilla wurde verlegt…”
        Das hat weniger was mit uns zu tun, sie haben vor jedem Halbfinale und jedem Gegner gehörigen Respekt. Darum holten sie den Henkelpott auch drei Mal in den letzten Jahren.

        “Ich würde Lewa auch auf der Bank lassen.”
        Du kannst Lewa nicht in einem Pokal Halbfinale auf der Bank lassen. Das sorgt mal für so richtig miese Stimmung. “Genau für solche Spiele ist man Fußballer geworden” sagt man doch immer. Wagner kann man die letzten 20 Minuten bringen und dann gegen Hannover wieder in der Startelf stellen, wie gegen M´Gladbach. Das muss Lewa reichen um fit zu bleiben. Er braucht seine Spiele um im Rhythmus zu bleiben.

      2. Henrik

        Nur eine kleine Ergänzung: Das Real-Spiel wurde verlegt, weil Sevilla am Samstag im Pokalfinale gegen Barca spielt.

      3. MimiKri

        Ich hatte bisher nicht das Gefühl, dass Marcelo so viele Probleme mit Robben hatte. Kann mich aber gut an ein Spiel erinnern, mit dem er das mit Müller als Außenspieler hatte. Gerade weil dieser ganz anders agiert…

  4. Rainer

    Sehe ich fast genauso. Die beste aktuell beste Mannschaft sollte spielen. Also James-Martínez-Thiago. Allerdings sollte Lewa spielen. Es geht hier um die Möglichkeit ins Finale einzuziehen. Bei KO Spielen nochmal nachlegen zu können ist zudem sehr wichtig. Und dafür sind Wagner und Robben prädestiniert.
    Kampfgeist, Härte und Kopfballstärke auf der einen und Geschwindigkeit und Torgefahr auf der anderen Seite.
    M.M.n. gilt es von derbsten Minute an zu versuchen im Mittelfeld Ballkontrolle zu bekommen. Das sollte mit den oben genannten Spielern klappen. Zudem können James und Thiago immer wieder Seitenverlagerungen forcieren.(in Zusammenarbeit mit Boateng und Hummels). Es gilt, den Gegner zu zermürben. Thiago muss mit Martínez zudem die schnellen Tempo Gegenstöße von Leverkusen unterbinden. Es wird Morgen nicht die bessere sondern die Mannschaft mit dem größeren Willen (Martínez!!!) ins Finale einziehen.

    1. Systemrelevant

      Ich denke es sieht alles danach aus dass Hummels und Müller gegen Leverkusen nicht von Beginn an spielen werden.

  5. Rainer

    @FR7 Mein Kommentar sollte auf den Cickham Post folgen.

  6. “Wortspiele, die aufzeigen sollen, dass schon die beiden Nachnamen gut zueinander passen, verbieten sich an dieser Stelle.”

    Na toll, jetzt bin ich neugierig ^^ Bin ja ein großer Freund von guten Wortspielen, aber bei Brandt und Bailey fällt mir nur ein unspektakuläres “Brandtley” oder ein eher holpriges “Bentley” ein. Klärt mich auf! :D

    1. Liza

      BraBa?
      BaiBra?
      Oder hat der Autor mehr in die alkoholische Richtung gedacht?

      1. Tatsächlich hatte ich im Kopf, dass Baileys zu Brandt führen kann. Ob die beiden deshalb wie im Rausch spielen, möchte ich nicht beurteilen.

      2. Haha, okay, das war selbst mir zu abgedroschen ^^

        Danke für die Aufklärung!

      3. Osrig

        @Justin:
        Auf jeden Fall finde ich dieses alkoholische Wortspiel…herrlich! ;-)
        Hoffen wir, dass unsere Jungs sich morgen einen klaren Kopf bewahren und hellwach sind!

  7. FR7

    Vidal muss operiert werden und fällt wohl für den Rest der Saison aus. Tolisso ist angeschlagen und wird morgen auch nicht spielen können. Wer nun meint das Mittelfeld stellt sich von alleine auf, der irrt sich. Martinez und James werden mit Sicherheit beginnen, zu den beiden sollte sich meiner Meinung nach Thiago gesellen. Martinez räumt ab, während Thiago und James mit ihrer Ballsicherheit und grandiosen Technik das Mittelfeld dominieren können. Gut möglich jedoch, dass der Trainer Müller für Thiago aufstellt und rechtsaußen wie gewohnt Robben spielt. Oder es bleibt beim spanischsprachigen Mittelfeld und Müller spielt trotzdem anstelle von Robben. Die restlichen Positionen besetzen sich von selbst, Viererkette, Sturm und linker Flügel, ihr wisst es. Morgen steht die ohne Frage 1A Elf von Jupp Heynckes. Wie schon gegen das äußerst bissige Sevilla wird Jupp der Mannschaft sicherlich mitgeben sich phasenweise zurückzuziehen. Denn trotz der neuen Fähigkeiten von Leverkusen auch mal den Ball zu halten, haben sie meiner Ansicht nach Probleme, wenn ihnen die Spielgestaltung überlassen wird und der Gegner nicht kollektiv anläuft, sondern fest und sicher steht. Ohne zu passiv zu sein, könnte jeweils der ballführende Leverkusener von z.B. zwei Bayern angegriffen werden. So beraubt man sie ihrer größten Stärke, dem Pressing, bzw. auch Gegenpressing. Solange man wie ein Bollwerk verteidigt werden sich bei Leverkusen zwangsläufig Räume und Lücken ergeben, früher oder später werden sie den Ball verlieren. Nach solch einer kurzen Verschnaufpause kann die Mannschaft blitzschnell den Schalter umlegen und das Spiel wieder in die Hand nehmen. Dominieren, den Gegner in die nach hinten drücken und sie laufen lassen. Diese Spielwechsel zwischen Offensive und Defensive ist eine der größten Stärken der diesjährigen Jupp-Bayern. Es ist sehr schwer für den Gegner während des Spiels darauf zu reagieren. Auch von anderen Bundesliga Teams habe ich das schon gesehen, aber nicht mit dieser individuellen Qualität wie sie bei uns vorhanden ist. Ich erwarte anfangs ein sehr aggressives, aber dann technisch starkes Spiel auf hohem Niveau. Oder auch umgekehrt.

    Meine fünf Thesen zum Pokal Halbfinale gegen Leverkusen:
    1. Lewandowski trifft.

    2. Leverkusen trifft auch.

    3. Es fallen mindestens drei Tore.

    4. James erzielt eine Vorlage oder ein Tor.
    
5. Dieses Mal geht es im Pokal in Leverkusen nicht in die Verlängerung.

    Nur zwei richtige Thesen gegen die Borussia aus Mönchengladbach.

    Meine Trefferquote liegt bei 55%. (Insg. 102 von 185 richtig)

    1. jjs

      Gehört jetzt nicht zum Pokalhalbfinale, obwohl, irgendwie schon … Ich kann mich erinnern, dass in 2013 Kroos bei Heynckes gesetzt und Robben auf der Bank war. Kroos hat sich dann verletzt, dafür kam dann Robben. Wie die Saison geendet hat, wissen wir ja alle.
      Bei der WM 2014 ist Lahm wieder nach außen, weil sich Mustafi verletzt hatte. Den Ausgang des Turniers kennen wir alle.

      Was ich sagen will: Trainer brauchen manchmal Glück.

      Also, wenn jetzt Vidal ersetzt werden muss …

      1. Ibiza

        ja, also keine Entscheidung von Heyknes fand ich diese Saison so fragwürdig wie im Hinspiel gege Sevilla Vidal statt James starten zu lassen.

        Von daher ja, ich hatte auch schon an die Parallele zu 2013 denken müssen wo Kroos wohl so ein Lieblingsspieler von ihm war wie jetzt wohl Vidal. Wo aber sowohl bei den Fans als auch für den Erfolg wohl sehr fragwürdige Entscheidung bei rausgekommen wären…

        Von daher ja, kaum ein anderer Ausfall an potentiellen Stammkräften hätte mich so wenig geschmerzt wie Vidal…

      2. Ibiza

        damit werden wir uns zwar wohl den Hass der Kroos Fangemeinde auf mich ziehen. Aber ich glaube, dass der Weggang von Kroos eine klassische Win-Win Situation war, man könnte hier sogar von einer 3fach win Situation sprechen, nämlich für den FCb, Real und Kroos selber:

        1. Ich persöhnlich sehe da viel lieber bei uns einen Thiago oder James spielen auf seiner Position.
        2. Real kann aufgrund seiner noch stärker torgefährlichen Offensivreihe (was natürlich vorallem an Ronaldo liegt) es sich eher als wir leisten einen reinen Ballverteiler wie Kroos auf dem Platz zu haben, der aber Scorermäßig (sowohl Vorlagen- als auch Tormäßig sehe ich ihn klar schwächer als die beiden genannten Bayernspieler wenn man vielleicht mal von Standards absieht wo er wohl zumindest Vorlagentechnisch noch gut wegkommt, siehe dt. Nationalmannschaft) eher schwach ist…
        3. Kroos hätte bei uns ziemlich sicherlich keine solche Entwicklung genommen wie es ihm durch den Vereinswechsel zu Real gelungen ist, ich denke es war genau der Impuls den er gebraucht hat um nochmal ein gutes Stückchen besser zu werden…

      3. Done

        “damit werden wir uns zwar wohl den Hass der Kroos Fangemeinde auf mich ziehen.”

        Mit 100prozentiger Sicherheit. Am Beispiel Kroos sieht man m.E. schön, dass ein Spieler passen kann oder auch nicht. Bei Real passt er halt rein wie das berühmte fehlende Puzzlestück, bei uns war er tatsächlich lediglich ein besserer Ergänzungsspieler, der dafür eine zu hohe Gehaltsvorstellung hatte. Das ewige Thema halt… wird gern hochstilisiert zum größten Transferfehler aller Zeiten, besonders von Leuten, die in UH und KHR die größte Gefahr für den Fortbestand des Clubs sehen.

  8. jjs

    @Done, Ibiza: Stimmt, damit werden wir leben müssen :-)
    Ich bin auch der Meinung, dass vom Wechsel drei, eigentlich sogar vier Parteien profitiert haben … nämlich auch die Nationalmannschaft.
    Es gibt tatsächlich nur zwei Personalien, die meine persönliche “Bayern-Gemeinde” so spalten: Toni Kroos und Pep Guardiola.
    Ich mag Vidal wirklich, aber gegen Real hilft er uns einfach nicht weiter, gegen die muss jeder Pass sitzen.

    1. Ibiza

      schön dass wir uns da so einig sind ;-)

      und ja, auch für Nationalmannschaft war es ein Segen der Wechsel. Ich denke auch nicht nur rein spielerisch gesehen. Bei Bayern wäre er recht klar ein Mitläufer geblieben, bei Real konnte er sich was man so hört zum Meinungsführer oder zumindest vollwertigen “Mitanführer” (in einer Mannschaft mit Ronaldo wohl eher passender Begriff) entwickeln. Eben genau das was man im zentralen Mittelfeld braucht statt eines “Mitläufertypen” wie er es bei uns ganz klar noch war und auch geblieben wäre, denke ich…

      Und Done – zum Thema größter/offensichtlicher Transferfehler denke ich war ganz klar Hummels. Für 5 Mios zum BVB, guten Teil seiner besten Jahre dort “verschenkt”, dann für satte 30 Mios extra (für FCB Verhältnisse ist das ja nahe der Maximalausgabe pro Spieler bisher) zurückholen müssen. Und ich denke es ist kein “Selbstbeweihräucherungsgelaber” von van Gaal gewesen, wenn er sagt, er hätte total drauf gedrängt das rückgängig zu machen, dass es aber wegen Uli nix wurde. Wie schon im Kovac thread ausgeführt – ich denke, dass dieser schwere Fehler gemacht wurde, lag auch gerade an der menschlichen Inkompatibität zwischen van Gaal und Uli und ist für mich weiterer Grund warum ein besonders verträglicher Typ wie Kovac (anders als Tuchel) solche schweren Reibungsverluste in Zukunft verhindern helfen könnte.

      Natürlich kann man auch gegensätzlich argumentieren, dass der Fall auch zeigt, dass solche innovativeren Gedanken von außen (wie sie van Gaal natürlich mitgebracht hat und wie es vielleicht auch bei Tuchel eher der Fall wäre als bei Kovac) auch durchaus hilfreich sein könnten. Aber ich denke mit der Zeit werden sich die Neuen schon soweit etablieren, dass sie dann auch mal schaffen werden eigen entwickelte Ideen einzubringen. Bei Brazzo finde ich ist das mit dem Rausschmeißen des “Zwischendocs” und Rückholen von Mull schon mal ganz gut gelungen. Natürlcih mußte dafür keine große Überzeugungsarbeit geleistet werden bei Ulle und Kalle. Aber immerhin waren die anscheinds zu sehr im Alltagstrott um die Fehlentwicklung im Ärzteteam (und anscheinds war die schon recht gravierend, wo Neuers erst mal nur “konservative” Behandlung doch recht klarer Fehler schien zumindest ex post, und wo dann gleich mehrfach zu konservative Prognosen – Spieler denen das Hinrundenende bescheinigt wurde konnten von Mull schnell wieder auf die spielfähig gebracht werden) zu erkennen und auszumerzen…

      1. Anton

        Transferfehler hat es immer gegeben und wird es immer geben. Wo der Verein oben schon erwähnt wird – fast zur gleichen Zeit hat der BVB einen Reus in die 2. Liga abgeschoben und hinterher für viel Geld zurückgeholt. Beim FCB hast du natürlich auch noch das Problem, dass es keine schwach besetzten Positionen gibt. Man stelle sich vor, ein Philipp Lahm hätte noch zwei Jahre drangehängt. Wo würde denn ein Kimmich spielen? Lahm auf rechts und Martinez auf der 6 als erste Wahl. Und so kann es immer gehen. Schau dir die Verpflichtung eines Goretzka an und überlege mal, wer alles auf seiner Lieblingsposition zur Verfügung steht. Warum wollte ein Gnabry lieber noch ein Jahr ausgeliehen werden oder auch ein Marco Friedl. An einem fitten Ribery und Coman vorbei kommen – schwierig. Und Friedl darf sich mit Alaba, Bernat und auch noch Rafinha auf der linken Seite messen.
        Wenn du, wie der FCB eigentlich schon lange einen Top-Kader hast, der auf allen Positionen doppelt gut besetzt ist, hast du als junger Spieler natürlich ein Problem.
        Schau in die U19 und nimm dir einen Winzheimer. Sicher ein Top-Talent als Stürmer und wer steht vor ihm – ein Lewandowski und ein Wagner. Wie soll er die jetzt d.h. in der nächsten Saison verdrängen.
        Und das gleiche Problem hatte eben auch ein Mats Hummels oder ein Sandro Wagner. Top-Spieler der U19 – aber die Konkurrenz war eben übermächtig.
        Und solange es die U23 nicht schafft, zumindest in die 3.Liga aufzusteigen, bleibt es eben schwierig.

      2. Ibiza

        gut, also wenn wir konkret werden im Bezug auf die Hummels Position damals habe ich als Konkurrenten eben Breno, Badstuber und van Buyten im Kopf. Bei den beiden erstgenannten ist sicherlich viel Unglück auch zusammengekommen dass die nicht ihr Potential ausspielen konnten. Aber wenn man es mit der Situation heute zb. für einen Süle mit Boateng und Hummels vor sich allemal um Welten schwerer als sie damals für Hummels gewesen wäre…

    2. Ibiza

      würde mich interessieren eure Meinung zu der Hummels Geschichte und der Theorie pro/kontra Kovac.

      Zum anderen Reizthema Guardiola bin ich gerade noch auf folgende interessante Statisik gestoßen:
      Bzgl. CL-KO Auswärtsspielen hat Guardiola so ein bisschen das negative Gegenstück zu Heynkes Siegrekordserie hingelegt. Statt 12 Siegen in Folge hat ers fertiggebracht bei Bayern sage und schreibe KEINES seiner 9 Ausswärtsspiele in CL-KO-Runden zu gewinnen. Und zusammen mit der Zeit davor/danach sind es dann genau diese 12 Auswärtsspiele in Folge für ihn gewesen ohne einzigen Sieg. Umrahmt von 2 Auswärtssiegen 2011 gegen Bayer Leverkusen und 2017 gegen den FC Basel, also für CL-Verhältnisse ziemliche Glückslose…

      Und das ist natürlcih für die CL-Chancen (und genau da würde ich den Nr.1 Angriffspunkt gegen Guardiola sehen dass er für diesen wichtigsten Wettbewerb wohl kein wirklcih guter Trainer ist) schon ziemlcih katastrophal wenn man auf Gedeih und Verderb auswärts fast nie gewinnt. Wie erklärt man sich das also, dass er anscheinds so systematisch underperformt auswärts gegen Topgegner?

      1. Ibiza

        ahja, und noch zum Vergleich, Heynkes+Ancelotti sind in 4 Saisons bei uns NIE unter 2 KO auswärtssiegen geblieben, Heynkes im Triple jahr sogar alle 3 gewonnen und auch dieses Mal hat er ja noch die Chance dazu….

      2. Ju

        Pep underperformt auswärts in KO-Spielen nicht nur gegen Topgegner – sondern grundsätzlich. Neben psychologischen Dingen wie Heimvorteil ist auch die taktische Ebene auffällig. Er stellt auswärts nominell defensiver auf und seine Mannschaften dazu noch defensiver ein. Fängt ja schon damit ab, dass die schon von vornherein gut 20 Meter tiefer stehen als sonst. Warum er das nach wie vor so macht, bleibt sein Geheinnis. Die Ergebnisse geben ihm ja nicht gerade recht. Ausnahme war Juve, als er durch den Mangel an Innenverteidigern zu seinem Glück gezwungen wurde und auf maximalen Gegenpressingfokus setzte. Man könnte auch fragen, ob seine für die eigenen Spieler psychisch stark fordernde Spielweise im Zusammenspiel mit dem Stress, den ein gegnerisches Stadion in K.O.Spielen verursacht, die Spieler hemmt. Man muss sich nur mal vor Augen führen, wie oft allein Bayern in diesen Spielen durch kapitale individuelle Fehler Gegentore bekommen hat.

      3. Anton

        Ich glaube nicht, dass man das so einfach vergleichen kann mit Guardiola.und den anderen. Dafür spielen dann doch zuviele Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel das Spiel bei Juve, wo man den Gegner eigentlich schon im Sack hatte und dann durch individuelle Fehler den Ausgleich kassierte. Ob man das Guardiola anlasten kann ist fraglich. Athletico mit Simeone ist sowieso ein Fall für sich und gegen Real hat ihn ein Ancelotti ausgetrickst. Anschließend ging es Ancelotti auch nicht besser. Da spielt dann in dem ein oder anderen Fall auch noch der Schiedsrichter eine Rolle oder der 11m-Schütze, der ausgerechnet da das Ding versägt. Das kann man schlecht dem Trainer ankreiden.
        Wie lange war Thomas Müller als 11m-Schütze eine Bank – und dann? Passiert eben.
        Und gerade die KO-Runden – siehe diese Saison – sind unkalkulierbare Spiele. Die sogenannten Glückslose – gehen genauso ins Auge wie die Top-Duelle. Die beiden PSG-Ergebnisse hatte auch keiner so auf der Rechnung. Genauso wenig, wie das Aus von Barcelona oder auch ManU. Und eine Mannschaft wie Athletico schafft es nicht einmal in die KO-Runde. Die CL wird immer mehr zur Wundertüte.

      4. Ibiza

        Danke Ju, das sind sehr gute Ansätze. An einen reinen Zufall (wie man vielleicht noch bei den konkreten Runden beim Ausscheiden noch teilweise argumentieren kann wie Anton es versucht hat) glaub ich bei 12 Auswärts-KO-Spielen in Folge ohne Sieg nämlich kein bisschen mehr…

        Und dass Guardiola bei gewissen Dingen (siehe eben zb. das mit der medizinischen Sicht bei Müller Wohlfahrt, wo er auf den wahrscheinlich erfolgreichsten und beliebtesten Sportmediziner der Welt trifft und trotzdem meint, absolut alles besser wissen zu müssen) einfach ein unfassbarer Sturkopf sein kann, auch wenn alles gegen das eigene Verhalten spricht, hat er nun halt auch in vielerlei Hinsicht schon gezeigt…

  9. jjs

    Hallo Anton,
    ja, bei Bayern würde ich das noch für eine Reihung von unglücklichen Zufällen halten – aber da sind drei Anläufe schon leicht mehr als zufällig, bei Man City jetzt noch zwei Fehlversuche – ich hoffe, Du nimmst mir meinen Widerspruch nicht übel, aber FÜNF Fehlversuche sind schon weit über Zufallsniveau hinaus.
    Ich werde das Gefühl nicht los, dass ihm das “schöne Spiel” genauso wichtig ist wie das Ergebnis. Nicht wichtiger, aber (zu) wichtig?
    Ich kann mir bei seiner Intelligenz einfach nicht vorstellen, dass er die Probleme intellektuell nicht durchdringen sollte. Ich werde ihm weiterhin auf die Finger schauen :-)

  10. Karsten Hutmacher

    Puh. James erneut nur auf der Bank. Dafür spielt Robben rechts. Dafür aber Thiago nebe/vor Martinez und Müller frei wie es sein soll.

  11. Toller, neuer Schreibstil. Liest sich gut

  12. Herrispezial

    Junge, Junge. Wo soll man nur anfangen? Immerhin die ersten 20 Minuten nicht verschlafen. Aber nach vorne sind einige Spieler ein Totalausfall. Robben traut sich nichts mehr trotz riesiger Räume – und er kann sie auch nicht mehr nutzen. Immerhin arbeitet er bei Kontern gut nach hinten mit. Lewandowski läuft fast immer falsch und meckert dann, wenn er den Ball nicht bekommt. Müller bisher auch eher unauffällig. Thiago verliert zu oft den Ball gegen körperlich robuste Gegenspieler. Das wird noch ein richtiges Kampfspiel in HZ2. Die Konter von Leverkusen sind fast alle gefährlich, unsere dagegen nicht – eben weil Lewa falsch läuft, Robben sich nicht durchsetzen kann und Müller irgendwie blass bleibt. Zum Glück waren die beiden Tore gleich am Anfang das Polster, das hoffentlich ausreicht.

    1. Chicken

      Man spielt auswärts bei der aktuell zweitbesten deutschen Mannschaft, die alles raushaut, aber Hauptsache meckern. Ich versteh das nicht.

      1. Herrispezial

        Hätte Ulreich nicht etliche Male gut pariert, dann würden wir ganz anders über die Zeit zwischen der 15 und 50. Minute reden. Da waren viele Fehler drin. Ich würde mich vom Ergebnis nicht blenden lassen.

  13. Schwarzenbeck

    Die erwartet enge Kiste. B04 zum Teil deutlich handlungsschneller und schneller sowieso. Und den Bailey haben die ja noch auf der Bank. Schade, dass die jetzt den Retsos rausnehmen, der hätte demnächst Gelb-Rot gesehen. Aber dann muss eigentlich auch Robben raus. Dessen Ballverluste werden sonst tödlich.

  14. Schwarzenbeck

    Alaba verletzt?

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