Vorschau: TSG Hoffenheim – FC Bayern München

Während der letzten Saison stieg die TSG Hoffenheim wieder zu einem der besten Teams der Bundesliga auf. Im Heimspiel gegen den FC Bayern gelang ihnen sogar der erste Sieg in der Geschichte des Duells. Nun will Nagelsmann, der das Gesicht dieses Erfolges ist, genau das wiederholen.

Die Bilanz ist eindeutig. Bayern gewann 12 der insgesamt 18 Duelle, 5 endeten mit einem Remis und das besagte letzte Aufeinandertreffen der beiden endete 1:0 für die TSG. Nagelsmann hat die Aufmerksamkeit auf sich gezogen – auch die des FC Bayern.

(Foto: Christof Stache / AFP / Getty Images)

Variabilität ist Trumpf

Kaum jemand hatte die Sinsheimer vor der vergangenen Saison auf dem Zettel, als es um die Champions-League-Qualifikation ging. Der Kader war ein guter, aber mit dem der Wolfsburger oder Leverkusener nicht vergleichbar.

Am Ende unterstrich Hoffenheim aber, dass individuelle Qualität nicht alles ist. Darauf können sich höchstens der große FC Bayern und mit Abstrichen auch Borussia Dortmund verlassen. Nagelsmann setzte auf Variabilität und Anpassung.

Je nach Gegner wechselte er nicht nur Grundformation, sondern auch Spielweise. Mal ließen die Hoffenheimer ihre Kontrahenten etwas kommen, um im richtigen Moment zuzuschlagen. Einige Male waren sie das Ballbesitzteam, das aus längeren Zirkulationen etwas kreieren musste. Dennoch waren feste Muster zu erkennen, die es auch in den ersten Pflichtspielen der diesjährigen Saison zu beobachten gab.

Hoffenheim liebt es, mit klugen, automatisierten Bewegungsabläufen Räume zu öffnen. Beim Sieg gegen den FC Bayern war dies ebenfalls ein probates Mittel. Rudy verstand es gut Vidal zu binden und sich so zu bewegen, dass auch Sanches zum herausrücken gezwungen wurde. Dies öffnete vor der Abwehrkette einen Raum, den Demirbay als herausschiebender Achter abdeckte und der auch durch die Viererkette nicht verteidigt werden konnte.

Während die zwei Innenverteidiger durch die Stürmer gebunden wurden, sah sich der ballnahe Außenverteidiger meist zum Pressing gezwungen, weil die Flügelverteidiger der Hoffenheimer klug positioniert waren. Rudy, aber auch die Dreierkette fanden so Wege, die Pressinglinie des Rekordmeisters locker zu überspielen.

Antworten auf Veränderungen?

Ähnlich wird es auch am Wochenende sein, doch Hoffenheim hat enorm an Qualität verloren. Die Abgänge von Süle und Rudy sind schwer zu kompensieren. Gerade für den Sechserraum hat Nagelsmann noch keine adäquate Lösung gefunden.

Die Automatismen sind weiterhin ähnlich. Außenverteidiger und zentrales Mittelfeld des Gegners zur Aktion bewegen, um als Reaktion einen gefährlichen, meist diagonalen Ball zwischen die Ketten zu bekommen. Anschließend wird versucht, mit Tempo und Hirn auf die verbleibende Restverteidigung zuzugehen.

Ancelotti wird die bestmögliche Kombination an Spielern finden wollen, die seine Grundidee – Kontrolle mit und ohne Ball sowie schnelles, vertikales Spiel in die Spitze – ideal umsetzen können. Spannend wird dann, wie die Münchner mit ihrem doch sehr statischen Plan auf die Variabilität des Gegners reagieren.

Nagelsmann stellt gerne mal um. In der letzten Saison, aber auch gegen Leverkusen merkte man den Bayern an, dass sie mit Umstellungen zu kämpfen haben. Gerade wenn diese funktionieren und die Münchner die Kontrolle verlieren, haben sie nur selten etwas entgegenzusetzen.

Bei den genannten Personalentscheidungen dürfte auch die Länderspielpause helfen. Vidal könnte von den langen Reisen erschöpft sein. Vielleicht wird der Italiener deshalb auf Rudy und Thiago auf der Doppelsechs setzen. Deren Vorteile liegen nicht nur darin, dass sie das stark strukturierte Pressing des Gegners spielerisch aushebeln können, sondern auch in ihrer Spielintelligenz gegen den Ball punkten.

Hoffenheims Bewegungsabläufe müssen mit Köpfchen verteidigt werden. Das hat die letzte Partie in Sinsheim gezeigt, in der Vidal und Sanches sich zu oft aus dem Spiel nehmen ließen. Die Zwischenlinienräume müssen gegen Hoffenheim so eng und kompakt wie möglich gehalten werden.

Rudy und Thiago durften gegen Werder nur kurz zusammen ran.
(Foto: Stuart Franklin / Bongarts / Getty Images)

Eine weitere Baustelle hat nun David Alaba unfreiwillig geöffnet. Der Österreicher fällt für unbestimmte Zeit aus. Ancelotti wird ihn eins zu eins mit Rafinha ersetzen. Sicherlich eine solide Variante, die keine größeren Probleme erzeugen sollte.

Allerdings wird es für die Hoffenheimer etwas einfacher sein, die Räume hinter dem Brasilianer zu öffnen, als dies bei Alaba der Fall wäre. So sehr die Form des Österreichers schwankte, er weiß genau wie er sich zu bewegen hat – gerade ohne Ball.

Auch Thomas Müller sollte in Ancelottis Gedanken wieder eine Rolle spielen. Der Nationalspieler zeigte unter der Woche gegen Norwegen, welch enorme Qualität er neben spielstarken Angreifern einbringen kann. Lewandowski hat sein Pendant in Bremen vermisst.

Setzt Ancelotti aber wieder auf ein flaches Dreiermittelfeld, wird er bessere Lösungen in Ballbesitz finden müssen als zuletzt. Taktisch könnte das gegen Hoffenheim durchaus Sinn machen, allerdings wirkte die Offensive der Bayern in dieser Aufstellung sehr zahnlos. Die Zwischenlinienräume zu verteidigen und gleichzeitig Durchschlagskraft mit dem Spielgerät zu erzeugen – das ist das Ziel und dafür braucht es Balance aus Ballsicherheit und Kompaktheit.

Es ist vorstellbar, dass diese mit Rudy, Thiago und Müller am ehesten gegeben ist. Gerade mit Hummels und Süle dahinter dürfte die defensive Absicherung ausreichen. Rudy gelang dies im Sechserraum für Hoffenheim regelmäßig alleine. Auch Thiagos Qualitäten in der Defensive werden häufig unterschätzt.

Müller könnte in dieser Formation zum Puzzleteil werden, das Ancelotti in Bremen fehlte. Er könnte aber auch wieder zum Verlierer der taktischen Überlegung des Italieners werden, dass ein flaches Mittelfeld mit drei Akteuren gegen den Ball stabiler ist.

Automatismen gegen individuelle Klasse

Speziell große Spiele werden im Zentrum entschieden. Die Entscheidung des Trainers über sein Mittelfeld wird also sehr zentral sein. Es ist noch kein großes Spiel, wenn die Bayern gegen Hoffenheim spielen. Aber es ist ein sehr gefährliches für den Rekordmeister.

Waren die meisten Duelle mit der TSG zwischenzeitlich eher Selbstläufer, hat sich dies wieder gedreht. Hoffenheim wird den Münchnern alles abverlangen. Ihnen fehlt zwar die individuelle Qualität, um den Bayern über eine ganze Saison auf Schritt und Tritt zu folgen, aber sie können das in einer Partie mit taktischer Variabilität und all ihren Automatismen ausgleichen.

Sie werden den Serienmeister mit variablem Pressing, gutem Positionsspiel und vielen Laufwegen herausfordern. Bei jedem Sprint eines Achters muss sich der bayrische Gegenspieler fragen, ob er den mitgehen oder übergeben sollte. Öffnet sich dadurch ein Raum, den ein anderer Hoffenheimer bespielt? Wie könnte die Folgesituation aussehen?

All das muss intuitiv geschehen. Nachdenken kostet Zeit, weshalb die Aktionen und vor allem die Reaktionen im Mittelfeld passen müssen. Wagners Physis muss ebenso verteidigt werden, wie die cleveren Bewegungen Demirbays. Der direkte Weg nach vorne liegt den Hoffenheimern und Wagner ist der perfekte Wandspieler, wie Ottmar Hitzfeld sagen würde. Bayern muss als Mannschaft kompakt agieren und in den richtigen Momenten reagieren.

Im Gegenzug müssen sie vor allem die individuellen Schwächen des Gegners provozieren, um sich selbst genügend Chancen herauszuarbeiten. Das Pressing gegen Hoffenheim ist ein Spiel mit dem Feuer. Aber es ist notwendig. Wer es letztendlich schafft im Mittelfeld die Kontrolle zu übernehmen und die Räume besser zu verteidigen, hat auch die besten Karten auf einen Sieg.

Hoffenheim gegen Bayern München. Alternativ könnte man sagen: Automatismen gegen individuelle Klasse. Hoffenheims größte Stärken liegen im mannschaftstaktischen Bereich. Das fehlt den Bayern momentan. Doch die haben wiederum die nötige Qualität im Kader, die der TSG stark abhanden gekommen ist. Es ist vielleicht der erste richtige Gradmesser der Saison für die Roten und ein erster Fingerzeig, ob sich die Probleme mit variablen Gegnern bestätigen.

Wissenswertes zum Spiel

  • Hoffenheim fehlt es in dieser Saison etwas an der letzten Aktion. Rund 10 Abschlüsse pro Bundesligapartie sollten nach nur zwei Begegnungen nicht überbewertet werden, zeigen aber, dass es ihnen noch an einigen Automatismen fehlt. Chance für die Bayern.
  • Aktuell haben die Bayern mit rund 61% nur den dritthöchsten Ballbesitzwert. Leipzig (66%) und Dortmund (69%) sind dominanter. Das liegt vor allem am Kontrollverlust, den die Mannschaft gegen Leverkusen nicht vermeiden konnte. Kann Hoffenheim dieses Szenario wiederholen?
  • Das letzte Mal, dass die Münchner nach einem 3. Spieltag keine 9 Punkte hatten, war in der Saison 2014/15. Damals wegen eines 1:1-Unentschieden gegen Schalke 04 am 2. Spieltag.
  • Anstoß ist Samstag um 18:30 Uhr (Live auf Sky).

Expertentipp

Im Expertentipp tippt ein externer Experte den Spielausgang. Für den richtigen Tipp gibt es drei Punkte und für die richtige Tendenz (Sieg, Unentschieden, Niederlage) einen Punkt. Verglichen wird dies dann mit einem zweiten Expertentipp, der vom Autorenteam von Miasanrot.de kommt. Am Ende der Saison wird sich zeigen, ob die eingeladenen Experten mehr Punkte erreicht haben, als die Redaktion.

2:0! Das war nicht nur das Endergebnis zwischen Bremen und den Bayern, sondern auch der Tipp unserer Experten. Damit steht es insgesamt nun 7:5.

Für den Expertentipp haben wir uns Hoffenheim-Fan Julian eingeladen, der schonmal zu Gast war. Er wird gegen Redaktionsmitglied Felix antreten.

Julian: Für Hoffenheim kommt das Spiel ein wenig ungelegen. Beim linken bis mittleren Teil der Abwehr – Zuber, Hübner und Vogt – ist wegen Verletzungen bei allen dreien noch nicht absehbar, ob sie spielen können, der rechte Teil – Nordtveit und Kaderabek – hat jüngst nicht gut zusammengearbeitet und konnte sich wegen der Länderspielreisen nicht weiter einspielen. Im Mittelfeld hat sich noch kein Rudy-Ersatz festgespielt, vorne fehlen Szalai und Gnabry verletzt. Die Ausgangslage ist weit schlechter als im April, die Spielweise erwarte ich wie damals ziemlich vertikal auf Wagner und – diesmal – Uth ausgerichtet. Mit einem eigenen Mittelfeld, das eher auf zweite Bälle oder Steil & Klatsch als auf kontrollierten, geduldigen Ballbesitz aus ist. Beim vergangenen Mal war der Heimsieg keine große Überraschung. Diesmal ist Hoffenheim wieder klar in der Rolle des Außenseiters. 1:2.

Felix: Eine Reise nach Sinsheim am 3. Spieltag und ein Spiel gegen eine taktisch hervorragende Mannschaft mit einem großartigen, versierten und unheimlich reizvollen Trainer (Ähem) ist nicht das, was man sich als Startpunkt in die erste heiße Saisonphase wünscht. Es spricht überraschend viel gegen den FC Bayern – das scheint unter Carlo Ancelotti jedoch Voraussetzung für große Spiele zu sein. Insofern tippe ich auf einen 3:1-Auswärtssieg.

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Leserkommentare
  1. Kramnik

    Alles gesagt, obwohl ich davon ausgehe, dass sich der Qualitätsverlust deutlich bemerkbar macht. Hoffenheim hat bisher sehr wacklig gespielt und im Gegensatz zum letzten Spiel wird Bayern deutlich mehr an der Partie gelegen sein. Ein Mittelfeld um Thiago, Rudy, Müller und James würde so viel individuelle Qualität mitbringen, da brauchst du eigentlich nur einen Alibi Coach an der Seitenlinie. Ich geh leider davon aus, dass Vidal spielen wird, da er ja auch die erste CL Partie aussetzen muss. Für Bayern wird der September mehr als interessant, so wird sich gegen starke Gegner (Hoffenheim, Schalke und PSG) zeigen wo man steht, in der CL und Bundesliga wird sich herauskristallisieren wo Bayern steht und wer die Konkurrenz ist und die ganzen englischen Wochen werden nun endlich Aufschluss geben, was die beste Elf von Carlo ist (spielt Müller?, was ist mit James?, wer bildet das Mittelfeld?, wie ist Ribery eingeplant?) und wie stark er bereit ist zu rotieren. Grade auf den letzten Punkt bin ich gespannt, ich könnte mir vorstellen, dass ein Coman nach diesem Monat grade mal ein Pflichtspiel über 90min gemacht haben wird.

  2. kita

    Mein Aufstellungstipp.
    Neuer, kimmich, Hummels, Martinez, rafinha, rudy, Thiago, Müller, Ribery, Lewandowski, coman

    Carlo wird auf ausgeruhte Spieler setzen, also die Südamerikaner und robben raus lassen.
    Und ne Diskussion über Müller hat er wohl auch keine Lust. Er ist und bleibt ein Pragmatiker.

    1. Eva Etheber

      Schön das du Müller mit rein nimmst der hat es verdient Spielerisch Qualitäten eine ordentliche Portion Humor das ist gut fürs System.

  3. Jester

    Ich kann die Einschätzung zu Alabas Stellungsspiel nicht wirklich teilen. Ehr im Gegenteil. Bin davon überzeugt, dass wir mit Rafinha auf der Seite defensiv stabilär stehen werden. Der macht wenigstens mal einen Zweikampf …

    1. Kramnik

      Ist ja nicht so, dass Alaba mit die meisten Interceptions hat. Und gegen Liverpool hat das ja schon super funktioniert, da hat er ja sogar auf seiner schwachen Seite gespielt oder war es die starke. Das soll kein Bashing gegen Rafinha sein, ich hab bloß ein Problem, dass mittlerweile alles was Alaba macht in den Dreck gezogen wird und jeder LV der gegen den Ball treten kann besser sein soll. Die Saison hat noch nicht mal richtig begonnen und schon wird alles kritisiert. Klar Alaba konnte sein sehr hohes Niveau letzte Saison nicht abrufen. Schon mal nachgedacht, dass er genau so wie Müller mit Ancelottis System zu kämpfen hat. Er muss mittlerweile die komplette linke Seite alleine verteidigen (siehe Arsenal, wo Ribery komplett die Defensivarbeit verweigert hat und siehe dies Saison Leverkusen/Bremen in denen Vidal den ganzen linken Flügel liegen gelassen hat) und dazu noch extrem weit Aufrücken damit Ribery in die Mitte ziehen kann.
      Ich wette mit dir, dass Alaba wie Thiago, Müller und Boateng aus der Krise herauskommen wird. Sei es diese Saison oder nächste unter einem neuen Trainer. Viele Leute die Alaba kritisieren haben letzte Saison Thiago abgeschrieben und hätten ihn am liebsten verkauft. Auch sind solche Leute die ersten, die einen Boateng und Müller schlecht reden.

      1. K-Dog 41

        @ KRAMNIK:
        Danke für diesen Kommentar, 100 % Zustimmung!

        Finde es schade, dass teilweise schon eigene Fans (nicht nur die bösen Medien) so schnell verdiente Spieler “abschreiben”, die außerdem meist nachvollziehbare Gründe für ein Formtief haben.

        Würde es sehr begrüßen, wenn Carlo anstatt Rafinha auf seiner schwächeren Seite zu bringen auch mal Marco Friedl in Pflichtspielen eine Chance gibt.
        Wann wenn nicht in solch einer Situation sollen Nachwuchsspieler denn sonst den Sprung schaffen?

      2. Sehe ich ähnlich. Die Erwartungen an Alaba sind zurecht riesig. Gerade nach dem Triple mutierte er zur Allzweckwaffe. Vorher war er der beste Linksverteidiger der Welt, danach der vielleicht einzigartigste Defensiv-Allrounder der Welt. Torgefahr, Spielintelligenz, Defensivarbeit und sehr gute Balance aus Offensive und Defensive zeichneten ihn aus. Es blieb fast nur noch das letztgenannte ab der vergangenen Saison. Alaba wirkte gerade nach der EM sehr müde und auch im Kopf nicht frei. (Die Gründe zu untersuche , lasse ich außen vor, weil mich der Social-Media-Kram nicht juckt und ich die Diskussion darüber leid bin, machen andere auch.)

        Für diese Saison können wir noch nicht viel sagen. Fakt ist, dass Bernat zunehmend zur Alternative werden sollte, um Alaba unter Druck zu setzen. Fakt ist aber auch, dass Alabas Potential riesig ist. Das wissen wir alle. Und ich sehe es kritisch, wenn man Alaba für den Auftritt in Bremen kritisiert, obwohl er einfach schlecht eingebunden war. Einiges an Kritik ist total überzogen.

        Er mag seiner großen Form hinterherlaufen, aber er ist immer noch ein intelligenter Kicker und ist gerade für die Balance unfassbar wichtig.

      3. Jester

        Das Liverpool-Spiel als Maßstab für die Bewertung von Rafhinha? – Bei allem Respekt, Alaba rennt seint 1,5 Jahren seiner Form hintehrer und man merkt einfach, dass er kein ausgebildeter Verteidiger ist. Ich streite ihm seine Dynamik in der Offensive nicht ab. Balleroberungen habe ich eine etwas andere Meinung.

        Aber in jedem Spiel sehe ich, wie er versucht seinen Gegner zu zustellen, statt aktiv zu verteidigen. Geht ein Gegner ins Dribbling kommt er an Alaba vorbei. Da gibt es genügend Beispiele. Rafinha haut sich da meiner Meinung nach mehr dazwischen und weiß auch mal ein taktischen Foul zu ziehen.

        Wie oft Alaba in einem wichtigenSpiel hätte gelb ziehen können um der Mannschaft zu helfen, statt versuchen vor den Gegner zu kommen und ihn dann in besagter Weise zu zustellen. Das kritisiere ich ihm und hat für mich nicht wirklich etwas mit einem intelligenten Spielverständnis in der defensive zu tun.

        Für mich ein starker AV in der Vorwärtsbewegung, aber wirklich nicht wenn er hinten seinen Job erledigen muss.

      4. Lustig, dass sich hier das Thema Alaba herauskristallisiert. Übrigens hat Ancelotti hierzu in der heutigen Pressekonferenz gesagt, dass er gegen Mainz schon wieder mit David rechnet ;-)

        Unser sympathischer dynamischer Ösi hat in der Tat (ähnlich wie Müller) mindestens 18 Monate Leistungsstagnation bis -rückschritt hinter sich. Die Gründe sollten bei ihm aber etwas anders gelagert sein. Alaba war in jüngerer Vergangenheit zum einen häufiger und leider auch länger verletzt, und dann ist seine große Stärke, die Vielseitigkeit. leider nicht kompatibel mit seinen eigenen (früher großartigen) Leistungen.

        Er selbst sähe sich wohl lieber im Mittelfeld (6er, 8er), Pep hat ihn dann wegen der “bayerischen IV-Seuche” über einen längeren Zeitraum als IV eingesetzt, und bei Felix Austria durfte er dann bei der EM den 10er und sogar die Sturmspitze geben … völliger Wahnsinn. Alaba schien mir mental geschwächt von der EM zurückgekommen zu sein. Es gab sogar im Heimatland schärfere Kritik an ihm, nachdem “Österreichs Everybody´s Darling” vorher sogar – trotz eines Marcel Hirscher! – 2x Sportler des Jahres geworden war.

        Alaba selbst sollte es einsehen, dass er vor allem (oder doch eher ausschließlich?) auf der Außenbahn das Prädikat “Weltklasse” verdient(e). Auf einer zentraleren Position verliert er schnell den Überblick. Selbst als IV sind so seine Offensivbemühungen eher zaghaft und vorsichtig, während er auf der Außenbahn die Dynamik pur ist bzw. sein kann.

        Das Duo Ribéry & Alaba suchte lange Zeit im Weltfußball seinesgleichen – wenn dies nur noch einmal eine Saison (2017/18) der Fall sein könnte, würde es mich mega freuen!

  4. Kramnik

    Wie kann man bei Balleroberungen anderer Meinung sein? Dazu gibts Statistiken. Ich wollt auch gar nicht Rafinha schlecht reden, doch gefällt mir dieses Alaba schlecht reden nicht. Wahrscheinlich spielst du auf das Atletico Spiel mit dem nicht taktisch gezogenen Foul an. Das da aber ne ganze Fehlerkette voran geht und Leute wie Alonso und Bernat zu spät kommen, sollte man im Hinterkopf haben. Weil ich gerne Vergleiche mit Real ziehe, wie war den das Standing von Marcelo vor 3-4 Jahren? Also gebt Alaba Zeit, ich bin mir sicher, dass er aus seinem Loch (immer noch besser als viele andere) wieder herauskommen wird.

    1. Jester

      Ich glaube die Art der Balleroberung unterscheide ich von der aus den Statistiken sind. Sobald Alaba in der Vorwärtsbewegung ist halte ich ihn ohne Frage für einen der besten der Welt. Aber siehe die Defensive und achte bitte wirklich mal auf sein Spiel wenn er in der Rückwärtsbewegung ist.

      Da kann ich mich an keine Balleroberung erinnern. Geschweigedenn an einen Zweikampf.

  5. Minanda

    Kann man Carlo in Hoffenheim lassen und Nagelsmann entführen?

    Danach dann Dreierkette mit Hummels, Boateng und Süle, da wir eh keine Linksverteidiger mehr haben.

    1. Ju

      Ich mag Nagelsmann. Ein guter Trainer, ein freundlicher Mensch. Ihn aber ohne jegliche internationale Erfahrung (in Verbindung mit seinem Alter und der fehlenden Spielerkarriere) die Medienlandschaft rund um Bayern auf den Hals zu jagen, wäre sehr sehr gewagt. Bei jedem Punktverlust wären Schlagzeilen zu erwarten wie “Kann Nagelsmann Champions League?”, “Nagelsmann scheitert an Dreifachbelastung”, oder “Ribery nennt ihn schon ‘mein Junge’ “. An merkwürdige Interviews mit den Beratern von Lewandowski, nach dem Motto ‘von so einem Bürschchen müsse ihr Klient sich gar nichts sagen lassen’, mal gar nicht zu denken. Nagelsmann gibt es auch noch in 5 Jahren.

      1. Olorin

        Und? Lass die Presse doch schreiben. Was juckts die Eiche, wenn sich die Sau dran reibt. Schlagzeilen gibts in München eh immer, egal ob der Trainer Guardiola, Ancelotti, Nagelsmann oder Jesus heißt.

      2. Ju

        Die Macht der öffentlichen Meinung ist leider nicht zu unterschätzen. Es hat ja einen Grund, dass Carlo sich solche Mühe gibt, mit den Medien gut auszukommen. Es ist ja zum Beispiel bezeichnend, dass es keine breite Diskussion darüber gibt (nicht, dass ich mir das wünschen würde), dass die Mannschaft gegen Bremen mehr schlecht als recht funktioniert hat, sondern allein darüber, dass Thomas Müller unzufrieden ist, nicht gespielt zu haben. Das ist zwar auch nicht schön, aber dennoch ein Nebenkriegsschauplatz, der es ermöglicht, bei den Kernthemen in Ruhe gelassen zu werden.

      3. Olorin

        Die öffentliche Meinung ist im Erfolgsfall für dich und im Fall von Misserfolg gegen dich, egal wer du bist. Ancelotti wird bei den Kernthemen deswegen in Ruhe gelassen, weil sich die Bilanz seiner sportlichen Erfolge in München bislang makellos liest. Die Schlagzeilen, die du befürchtest, wird Ancelotti im Fall von Punktverlusten ganz genauso bekommen. Solange Bayern Spiele wie gegen Leverkusen oder in Bremen gewinnt (egal wie) ist alles gut. Sobald eine sportliche Krise kommt (und sportliche Krise ist in München schnell erreicht, da genügen zwei Unentschieden) schlägt die Stimmung um. Internationale Erfahrung verschafft dir da maximal einen kleinen Aufschub. Guardiola ist das beste Beispiel, niemand hatte so große Erfolge vorzuweisen wie er. Dennoch haben selbst drei Meistertitel ihn nicht vor einem Umschlagen der öffentlichen Meinung schützen können. Jeder Bayerntrainer der nächsten Jahre wird nach spätestens zwei Jahren kritisch beäugt werden, weil die absurde Erwartungshaltung des CL-Titels in vielen Köpfen drin ist, obwohl es in Europa mindestens vier Mannschaften auf Augenhöhe mit uns gibt. Entsprechend sollte man einen Trainer nach Kompetenz auswählen, nicht nach Namen. Übrigens hat Nagelsmann neun Jahre mehr Erfahrung in seinem jetzigen Beruf als unser neuer Sportdirektor ;)

      4. Josef

        Er sammelt diese Saison ja einige internationale Erfahrung. Solche Spiele / Rückschläge wie gegen Liverpool machen ihn sicher nicht dümmer. Jetzt im Herbst hat er Dreifachbelastung, danach mit großer Wahrscheinlichkeit weitere K.-O.-Spiele.

        Das Ding ist halt immer: Gibt es ihn in fünf Jahren wirklich noch? Hier kann so viel dazwischen kommen…

        Ich denke auch, das es jetzt passen würde. Um sein Verhältnis zu Lewy mache ich mir keine Sorgen, dafür ist Lewy viel zu sehr Profi. Ribery? Vielleicht braucht es genau Nagelsmann für den Umbruch… (siehe Tedesco/Höwedes)

  6. Franz

    Kommentar Sinnlos bis Jetzt.

    1. Eva Etheber

      Ach komm schon wenn juckt s mach das gerade auch nur aus Langeweile

  7. FR7

    Fünf Thesen zum Spiel:

    1. Bayern gewinnt die Partie.
    2. Lewandowski trifft mindestens einmal.
    3. Rudy und Süle werden beide zu Einsatzminuten gegen ihre alte Liebe kommen
    4. Um vor dem ersten CL Spiel für Ruhe zu sorgen wird Moderations-König Ancelotti Müller in die Startelf berufen.
    5. Brazzo gibt kurz vor oder nach der Begegnung ein merkwürdiges Interview mit Fremdschäm-Charakter.

    1. FR7

      Im letzten Spiel traf nur eine von fünf Thesen zu. Meine Trefferquote liegt nun bei 46%. (Insg. 7 von 15 richtig)

      1. Eva Etheber

        Wo für machst du das eigentlich wie wärs mit nem Tippspiel da könntest du dich mit gleich gesinnten batteln obwohl ich diese art der Kommentare toll und Abwechslungsreich finde.

      2. FR7

        Ich mache es für mich, für dich, für euch, für jeden der es lesen will. Ich bin bereits in einer Tippgruppe und gelegentlich auch mal bei Tipico anzutreffen. Aber freut mich, dass du sie gerne liest. :) Die fünf Thesen sind nicht das was Gotham verdient aber das was Gotham gerade braucht.

  8. pitvonbonn

    Das war mal wieder eine für Bayern typische Pressekonferenz.
    Keine Fragen zu Süle und Rudi und nur eine zu Nagelsmann.
    Aber über 50% zu Müller.
    Die Medien “brauchen” ihren Bayernzoff. Das bringt Leser, Zuschauer und Klicks.
    Diese Meldungen werden gepaart mit der Behauptung, dass das ein ständiges Them bei Bayern sei.
    Warum haben wir Götze nicht behalten, dann könnte sich die Presse weiterhin an ihm “abarbeiten”. seit er beim BVB wird selten über ihn geschrieben und wenn dann, dass er Fortschritte macht und schon wieder eingewechselt werden kann. Das klang zu Bayern Zeiten alles noch ganz anders.
    Auch Wild, der Antibayernfreund hetzt weiter. Es gipfelt in der Aussage; “Bayern braucht James nicht”.
    Will er uns weismachen, Bayern braucht nur 11 Spieler plus Jugendspieler? Wenn dann einer von den 11en verletzt ist, kann ein Jugendlicher einspringen und “Erfahrungen” sammeln.
    Bayern bleibt gelassen und Anchelotti hat die richtige Antwort gegeben: “Bei diesem Kader hat keiner einen Stammplatz, auch Müller nicht. Jeder wird auch mal auf der Bank sitzen.
    Wichtig ist, das sich weder der FCB, noch Müller oder die Fans sich anstecken lassen und die Siege mit oder ohne: Müller, Neuer, Robben, Ribery, Coman oder Kimmich feiern.

    1. Eva Etheber

      Götze geht es beim BVB deutlich besser und hat das rum gehacke nicht verdient. Bin absolut sozialer Bayern Fan und respektiere jede andere Meinung bei dir jedoch fällt mir das äußerst Schwer.Ich bin einfach nicht so kritisch bist du Hoffenheim Sympathisant ? Ok zu dreist hier ist alles erlaub also weiter so.

      1. pitvonbonn

        Dass die Bemerkung zu Götze ironisch gemeint war, weil sich die Medien immer ein “Bayern Opfer” herauspicken, sollte den Irrsinn mit Müller verdeutlichen.
        Woraus schließt Du, ich sei Hoffenheim Sypathisant?
        Meine Einstellung ist kritisch gegeüber der schlagzeilenhaschenden Presse und gegenüber den Bayernfans, die unseren Vorstand für Unfähig halten.
        Da diese Stimmen hier zu kurz kommen, habe ich diesen Part übernommen.

    2. @ Pitvonbonn: Absolute Zustimmung! Ich finde übrigens auch, dass du dich ganz klar und unmissverständlich ausgedrückt hast ;-)))

  9. Marco05

    Ich habe Alaba eigentlich bisher mit aufsteigender Form gesehen. Die letzten 2 (-3) Jahre waren hingegen aus meiner Sicht wirklich nicht gut, zumindest nicht für sein Potential. Im Grunde geht das seit der Vertragsverlängerung und der gesetzten Rolle als LAV.

    Ich denke dass da viele Komponenten mit reinspielen, sicherlich auch seine Position in der NM und deren Situation. Dazu kommt, dass er sein Spiel ständig umstellen muss. Ist Ribéry fit, “muss” er im Grunde jeden Ball zu ihm spielen. Ist Ribéry verletzt sieht es auf einmal ganz anders aus.

    Seit Stellungsspiel hinten war schon immer nicht herausragend (vom Kopfballspiel ganz zu schweigen, was aber auf der AV-Pos. nicht entscheidend ist). Oft konnte er es durch Schnelligkeit wetmachen, aber da sieht man dass er kein gelernter AV ist.

    Was mich am allermeisten bei ihm nervt ist die Ungenauigkeit bei den Flanken, die ist frappierend. Da kommt wenn überhaupt 1 Ball von 10. Und das schon konstant seit Jahren. So eine Quote kann sich ein AV nicht erlauben, deswegen ist für mich die Bezeichnung weltklasse schon lange nicht mehr angebracht.

    Ich könnte mir vorstellen, dass sein Spiel etwas freier und besser wird, wenn Ribéry in Rente geht und er sich dann abnabeln kann. Rafinha ist für Bundesligaspiele als Ersatz ausreichend, aber nicht für höhere Aufgaben.

    1. Jo

      Alaba hat auf mich in dieser Saison bisher einen sehr guten Eindruck gemacht. Von daher wirklich sehr schade, dass es ihn jetzt erwischt hat.
      Was man bei Alaba leider oft übersieht ist, dass er der einzige Feldspieler ist (Lewy geht auch in die Richtung), der wenn er fit ist jedes einzelne Spiel und jede einzelne Minute machen muss/darf. Dazu natürlich die Nationalmannschaft.
      Das ist mir persönlich viel zu viel und das hält auch der stärkste Österreicher auf die Dauer nicht aus. Zwar hat er mit Bernat den wahrscheinlich mit Abstand besten Backup der BL an seiner Seite. Wenn der spielte hieß das im Regelfall in der Vergangenheit aber nur, dass Alaba IV spielte oder verletzt war. .
      Ein Grund warum ich den Süle-Transfer so begrüßt habe ist der, dass er indirekt auch Alaba mal ein paar Verschnaufpausen bringen kann.
      Kommt hinzu, dass er in den letzten Jahren immer wieder auf wechselnden Positionen mit wechselnden Partnern spielen musste. Das trägt natürlich auch nicht dazu bei einen selbstverständlichen Rhythmus zu entwickeln.

      Um zum Ausgangspunkt zurück zu kommen. Dieses Jahr sah es für mich tatsächlich bisher sehr gut aus. Uns was stellt man fest, zum ersten Mal seit Jahren hatte er eine angemessene Sommerpause, eine vernünftige Saisonvorbereitung und schon sieht das alles viel frischer und spritziger aus.

  10. Eva Etheber

    Rafinha konnte sich nur noch nicht beweisen

  11. Henri

    Servus. Eine vom Thema ganz unabhängige Frage. Bin ich der einzige der sich Sorgen macht, was nach Rummenige und Hoeneß kommt? Ich mag beide nicht besonders gerne aber sie machen viele Sachen halt immer noch gut, müssen jedoch mMn so langsam einen Nachfolger aufbauen. Aber wen?

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