Vorschau: FC Bayern München – RSC Anderlecht

Nach der 0:2-Niederlage in Hoffenheim ist es unruhig geworden in München. Noch unruhiger, als es ohnehin schon war. Störfaktoren, die dem RSC Anderlecht vielleicht in die Karten spielen könnten. Oder zeigt der FC Bayern eine Reaktion?

Auf Carlo Ancelotti warten schwierige Monate. Anderlecht, Mainz, Schalke, Wolfsburg und Paris – der September ist anspruchsvoll, aber lediglich ein Vorglühen für den späten Oktober und frühen November. Dort kann sich bereits einiges entscheiden, wenn der Deutsche Meister zwischen dem 25.10. und dem 4.11. zwei Mal gegen Leipzig spielt, dann nach Glasgow reist, um schließlich in Dortmund wieder um drei Punkte für die Bundesliga zu kämpfen.

(Foto: Martin Rose / Bongarts / Getty Images)

“Der Rekordmeister bietet wieder Konfliktpotential an”

Bereits jetzt ist der Ton an der Säbener Straße rauer geworden. Lewandowski macht immer wieder darauf aufmerksam, dass sein Vertrag zwar bis 2021 laufe, er sich aber Sorgen macht. Nicht etwa vorrangig um den Klub, der ohne Frage in eine ungewisse Zukunft blickt, sondern vielmehr um sich selbst und seine Karriere. Rummenigge hat dies nicht geschmeckt. Mit großer Deutlichkeit zeigte er auf, dass diese öffentlichen Aussagen nicht zu akzeptieren wären. Selbiges gilt für Müller, der jüngst in Frage stellte, ob seine Qualitäten überhaupt gebraucht werden.

Es ist die Unruhe vor dem Sturm. Der Rekordmeister bietet wieder Konfliktpotential an und die fehlende Einigkeit schlägt sich sowohl auf dem Platz, als auch in der Führungsetage nieder. Während Rummenigge Lewandowski warnte, lächelte Hoeneß die Aussagen medial weg. Wer den FC Bayern dieser Tage beobachtet, der kann den Eindruck gewinnen, dass sie massiv wackeln. Souverän geht jedenfalls anders.

Carlo Ancelotti kennt diese Situationen. Er hat sie während seiner Karriere schon mehrmals durchlebt. Nun hat er die Möglichkeit, seine größte Qualität nochmals unter Beweis zu stellen. In München braucht es ein Konstrukt, das an einem Strang zieht. Konflikte gehören an die zweite Stelle und vor allem in den internen Bereich. Die Kleinkriege, die derzeit öffentlich geführt werden, sind sicher noch kein Grund zur intensiven Aufregung, aber sie sind als Warnzeichen zu verstehen.

Auch die Konkurrenz hat gemerkt, dass der FC Bayern verwundbar und vielleicht sogar schon verwundet ist. Der Respekt vorm übermächtigen Serienmeister nimmt von Woche zu Woche ab, wenn es so läuft wie jetzt. Diesen zurückkehrenden Mut muss der Klub nun Schritt für Schritt verhindern. Die erste Gelegenheit bietet sich am Dienstagabend, wenn der belgische Rekordmeister aus Anderlecht in der Allianz Arena zu Gast ist.

Gegnervorschau: Das ist der RSC Anderlecht

Es ist das erste Spiel der Gruppenphase und dementsprechend wichtig wären die ersten drei Punkte auf dem Weg ins Achtelfinale. Anderlecht hat keine einfache Zeit hinter sich. Ähnlich wie Ajax Amsterdam in den Niederlanden, sind sie in Belgien das Nonplusultra. Zwischen 2014 und 2016 gab es mit Gent und Brügge zwei andere Meister. Im selben Zeitraum konnte der Schweizer Rene Weiler beim 1. FC Nürnberg ein offensives Team aufbauen, das im zweiten Jahr die Relegation zur Bundesliga erreichte, dort aber an Eintracht Frankfurt scheiterte.

Das beeindruckte die Belgier so sehr, dass sie den mittlerweile 43-Jährigen verpflichteten. Anderlecht gewann mit ihm direkt die Liga und den belgischen Supercup. In der Europa League scheiterten sie im Viertelfinale am späteren Pokalsieger Manchester United.

Anderlechts Trainer Rene Weiler hat zwar Startschwierigkeiten, doch das kennt er schon.
(Foto: Oli Scarff / AFP / Getty Images)

In Nürnberg setzte Weiler stets auf zwei zentrale, tiefere Mittelfeldspieler, um dem Zentrum Stabilität zu geben. Beim RSC hat er sich angepasst. Der Trainer wechselt regelmäßig zwischen 4-3-3 und 4-2-3-1, auch während des Spiels. Dementsprechend flexibel gestaltet sich das Spiel seiner Mannschaft auch. In der Liga hatten sie nach anfänglichen Schwierigkeiten keine großen Probleme mehr.

Ähnlich wie Ajax, hat Anderlecht eine großartige Jugendarbeit. Einige Nationalspieler Belgiens, deren Mannschaft in den letzten Jahren sehr geschätzt wurde, haben ihre Wurzeln beim RSC. Fellaini, Tielemans, die Lukakus und Januzaj sind nur einige von vielen Beispielen, die die Schule des Rekordmeisters durchliefen.

Die Belgier stehen für eine gute Kaderstruktur und offensiven Fußball, können ihre größten Talente aber nur selten halten. Dreh- und Angelpunkt der letzten Saison war Youri Tielemans, einer der begehrtesten Spieler der Welt. Seit diesem Sommer spielt er in Monaco, wo er nicht nur mehr Geld verdient, sondern auch sportlich den nächsten Schritt machen kann. Das Durchschnittsalter des Kaders liegt jetzt bei 25,9 Jahren. Erfahrung und Jugendlichkeit werden gut balanciert.

Was erwartet die Bayern?

Taktisch setzt Weiler in seiner Grundformation nicht nur auf Flexibilität, sondern auch auf Kontrolle. Gerade im Mittelfeld sind die Belgier stets um Ballbesitz bemüht. Mit dem Wegfall von Tielemans ist dies etwas komplizierter geworden. Auch der Transfer von Praet im Jahr 2016 hat wehgetan. Dendoncker ist aus dem erfolgreichen Dreiergespann allerdings noch geblieben.

Der 22-Jährige spielt meist die tiefste Position im Mittelfeld, während sich Hanni auf der Zehnerposition und Trebel auf der Acht schwer damit tun, die individuelle Klasse der Abgänge zu ersetzen. Weiler verzichtete hin und wieder sogar auf Offensivkräfte, um mit zwei Achtern und Dendoncker in der Zentrale für Kompaktheit zu sorgen. Durchaus vorstellbar, dass der Schweizer für das Auswärtsspiel in München ähnlich handelt.

Im Angriff sind die Spieler, auf die man achten sollte, Teodorczyk und Onyekuru. In der Liga haben sie jeweils zwei Mal in sechs Spielen getroffen. Ersterer kam zunächst auf Leihbasis aus Kiew, wurde dann aber fest verpflichtet. Mit 20 Treffern aus 28 Spielen wurde er in der vergangenen Saison sogar Torschützenkönig. Der 26-Jährige Pole ist robust, kann sich gut bewegen und findet immer gute Lösungen mit dem Rücken zum Tor. Allerdings ist er nicht der typisch bullige Wandstürmer, sondern kann auch am Ball etwas.

Teodorczyk ist in der Liga die Torgarantie in Person. Kann er das auch gegen Bayern zeigen?
(Foto: Andy Astfalck / Getty Images)

Deshalb weicht er hin und wieder auch auf die Flügel oder in den Halbraum aus, um anderen Spielern Räume zu öffnen. Im Eins-gegen-Eins ist er nicht ungefährlich und auch seine Laufwege sind stets gut durchdacht. Sicher ein Faktor, den die Bayern im Blick haben müssen. Sein Pendant ist Henry Onyekuru. Der erst 20-Jährige Nigerianer ist noch flexibler einsetzbar. Hauptsächlich agierte er auf dem linken Flügel, allerdings kann er auch im offensiven Zentrum oder rechts spielen.

Aktuell ist der Angreifer von Everton ausgeliehen, doch es zeichnet sich ab, dass er eine gute Rolle in Weilers System einnehmen wird. Schon letzte Saison spielte er in Belgien für KAS Eupen und war in 3640 Pflichtspielminuten (41 Partien) an 33 Treffern direkt beteiligt (24 Tore, 9 Vorlagen). Das sind rund 110 Minuten pro Torbeteiligung, obwohl sein Team mehr als die Hälfte der Spiele verlor.

Seine größten Stärken sind sein Tempo, die Dynamik und das Dribbling. Hinzu kommt die angesprochene Torgefährlichkeit. Probleme bekommt er, wenn seine Gegenspieler robust agieren. Er ist mit seinem Körperbau und einer Größe von 1,75m nicht der stärkste Spieler, für die Konter der Gäste aber sicher der ideale Mann. Sollte er links spielen, dürfte Kimmich eine interessante Aufgabe erhalten.

Es ist dennoch damit zu rechnen, dass Anderlecht große Probleme mit dem Niveau der Bayern haben wird. In der heimischen Liga schwanken Leistungen und Ergebnisse derzeit enorm. Weiler hat erneut keinen guten Start erwischt. Verschiedene Ansätze, um die große Lücke im Mittelfeld zu füllen, die Tielemans hinterließ, sind bisher erfolglos gewesen. Zwei Siege, zwei Unentschieden und bereits zwei Niederlagen sind nicht der Anspruch des RSC. Sieben Gegentore sind es ebenso wenig. Aktuell scheint es so, als wäre das zuletzt offensive System nicht mehr tragbar, weil die Kontrolle im Mittelfeld fehlt.

Eine halbe Stunde voller Ansätze macht Mut

In München kennt man sich mit Kontrollverlusten mittlerweile auch ganz gut aus. Gegen Leverkusen dauerte es bis zur Umstellung der Gäste und auch in Hoffenheim war man erneut nicht in der Lage, auf veränderte Situationen zu reagieren. Dabei war die erste halbe Stunde bis ins letzte Drittel die beste, die die Bayern unter Ancelotti bisher hatten. Sowohl Pressing, als auch Ballbesitzspiel funktionierten sehr gut. Und das gegen eine Mannschaft, die taktisch klug agierte und selbst offensiv werden wollte.

Hoffenheim wurde von den Bayern hinten reingedrängt und der Führungstreffer war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Nagelsmann reagierte und wollte die Defensive stärken. Die Umstellung führte schließlich dazu, dass den Bayern die Ideen im letzten Drittel gänzlich ausgingen. Der Führungstreffer der Hoffenheimer gab der Unsicherheit den Rest und es kam erneut zum wiederholten Kontrollverlust.

Bayern fehlt das Rüstzeug, um Antworten zu geben. Nicht erst seit dieser Saison und auch nicht ausschließlich wegen des Trainers. Der Plan A ist meist gut bis sehr gut, aber wenn es einen Plan B braucht, gibt es diesen nicht. Rudy und Thiago sorgten allerdings direkt für mehr Struktur und auch Coman konnte sich zeigen. Der viel kritisierte Müller zeigte zumindest läuferisch eine gute Leistung, die auch Lewandowski besser ins Spiel brachte als zuletzt. Darauf kann Bayern ganz sicher aufbauen, aber sowohl individuell, als auch kollektiv gibt es Handlungsbedarf.

Anderlecht wird am Dienstag vermutlich sehr kompakt verteidigen und im 4-4-2 oder gar 4-5-1 auf Umschaltmomente lauern. Sie lieben es, über die Halbräume und das Zentrum anzugreifen. Können die Münchner das Pressing aus der Anfangsphase gegen Hoffenheim auf 90 Minuten strecken, dürfte es aber eine klare Angelegenheit werden. Anderlechts einzige Chance ist die Schwäche der Bayern. Eine unvorhergesehene Situation oder eine wirksame Umstellung Weilers und die Mannschaft könnte wieder anfangen zu schwimmen.

Bayern muss nun die ersten Schritte nach vorne machen. Sinsheim war ein Ansatz zum Schritt, doch der Rekordmeister stolperte. Nun gilt es, der Konkurrenz in der Liga, aber auch in Europa zu zeigen, dass sie nicht verwundbar und schon gar nicht verwundet sind. Diesen Respekt müssen sie sich zurückerarbeiten. Andernfalls droht in München der Sturm, der aktuell seine ersten Vorzeichen sendet.

Wissenswertes zum Spiel

  • Die Hälfte aller acht Duelle mit Anderlecht gewannen die Bayern. Zwei Remis und zwei belgische Erfolge stehen zu Buche.
  • 16 der letzten 17 Champions-League-Heimspiele hat der FC Bayern gewonnen. Real Madrid brach die Rekordserie in der vergangenen Saison.
  • Arturo Vidal fehlt den Münchnern gesperrt.
  • Bayern gewann sechs der sieben Heimspiele gegen belgische Klubs.
  • Anderlecht steht seit der Saison 2014/15 erstmals wieder in der Gruppenphase der Champions League.
  • Das Spiel wird am Dienstagabend um 20:45 Uhr angepfiffen. Sky überträgt live. Das ZDF überträgt diese Woche das Auswärtsspiel des BVB bei Tottenham.

Expertentipp

Im Expertentipp tippt ein externer Experte den Spielausgang. Für den richtigen Tipp gibt es drei Punkte und für die richtige Tendenz (Sieg, Unentschieden, Niederlage) einen Punkt. Verglichen wird dies dann mit einem zweiten Expertentipp, der vom Autorenteam von Miasanrot.de kommt. Am Ende der Saison wird sich zeigen, ob die eingeladenen Experten mehr Punkte erreicht haben, als die Redaktion.

Mit dem Hoffenheim-Sieg rechnete nicht mal Hoffenheim-Fan Julian. Deshalb bleibt es beim 7:5 für die Redaktion.

Den Champions-League-Auftakt tippen Gianni Costa, der stellvertretender Sportchef bei der Rheinischen Post ist und Jugendexperte Martin aus unserer Redaktion.

Gianni Costa: Beide strotzen derzeit nicht gerade vor riesigem Selbstbewusstsein. Die Münchener werden zunächst um einen geordneten Spielaufbau bemüht sein und versuchen, den tiefstehenden Gegner etwas rauszulocken. Anderlecht wird spätestens nach dem zweiten Gegentreffer Anfang der zweiten Halbzeit aufmachen und dem FC Bayern so noch mehr Spielräume ermöglichen. Endstand: 3:1 – darunter zwei Treffer von Robert Lewandowski, der die Tore Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge widmet.

Martin: Ich tippe auf ein 2:0 der Kategorie “Arbeitssieg”. Kann mir gut vorstellen, dass der erlösende Führungstreffer nach zäher Anfangsphase erst in der zweiten Halbzeit fällt und sich unsere Mannschaft lange schwer tut.

Abonniere unsere Beiträge!



Reklame

.. hilft Miasanrot


Hier werben

Leserkommentare
  1. Gestrandedinberlin

    Sau gute Vorschau, insbesondere auch mit dem Anderlecht Teil. Vielen Dank!

  2. Kramnik

    Die nächsten zwei Monate werden über Carlos Zukunft entscheiden und wesentlich Anteil haben wie sich der Fc Bayern für die Zukunft aufstellt. Der Knackpunkt werden die Spiele gegen RB, Dortmund und PSG sein. Dort kann Carlo eine ganze Saison in den Sand setzten. Aus diesem Grund fünf Thesen von mir zu den nächsten Spielen, bis zum 31.10.
    1.) Bayern wird den ersten Härtetest im November überstehen, wird aber viele Arbeitssiege verbuchen und die Individuelle Qualität entscheidet die Spiele. Spielerisch wird sich wenig verbessern.
    2.) Es wird mindestens ein Spektakel dabei sein, mit einer Tordifferenz größer als 4. Danach wird sich Carlo erstmal selber auf die Schulter klopfen.
    3.) Man wird nur Gruppen zweiter, Bayern wird gegen PSG zwei ähnliche Spiele wie gegen Real hinlegen, in denen man ganz gut mitgehalten hat, jedoch die schlechtere Mannschaft war.
    4.) Müller wird weiterhin keine Rolle unter Ancelotti finden, da James eins zu eins seine Position übernimmt.
    5.) Das harte Programm im November wird Carlo den Kopf kosten. Man wird gegen RB im Pokal rausfliegen und in der Bundesliga nicht auf dem ersten Platz stehen
    (6. Hoeneß macht sich bereit, um in Hoffenheim einzufallen.)

    1. wipf1953

      Ziff. 6 läuft doch schon, mit Rudy und Süle .. was soll denn bei “1899” noch gefleddert werden?

      Ich kann Anderlecht nicht wirklich einschätzen. Sagen wir es mal so, wenn der FC Bayern gegen diese Truppe – zu Hause (!) –
      nicht mindestens 2:0 oder 3:1 gewinnt, brennt der Baum. Und das zu recht.

      1. Kramnik

        Der Trainer, es wird der erste Kontakt aufgenommen.
        Da viele Fans ergebnisorientiert Fußball schauen, wird ein Sieg reichen, um die Gemüter zu beruhigen. Ich war aber positiv überrascht von der Hoeneß Aussage, dass man spielerisch mit dem Hoffenheim Spiel nicht zufrieden sein kann und die Spiele gegen Leverkusen + Bremen ihm auch nicht gefallen haben. Nicht so wie letzte Saison, bei der man nach jedem guten Spiel fünf schlechte Spiele unter den Teppich gekehrt hat.

      2. Josef

        “was soll denn bei “1899” noch gefleddert werden?”

        Och, da gibt es weiterhin durchaus interessante Spieler. Amiri hat Potential. Zuber und Kaderabek wären gute Nachfolger für Bernat und Rafinha, falls einer der beiden uns nach dieser Saison verlässt. Wagner könnte ebenfalls ein spannender Back-up sein.

        Aber vor allem Kramaric würde ich mit Kusshand nehmen.

      3. Jo

        Demirbay, Kramaric und Amiri angeblich je 20 Mio AK, Uth ablösefrei. Da ist es schon interessant weiter ein Auge auf Hoffenheim zu haben.
        Kaderabek und Zuber bitte streichen. Für mich absolut nicht bayernlike.

      4. wipf1953

        Die letzten Bayerntrainer, die Erfolg hatten, hatten zuvor alle schon mal die Champions League gewonnen (Hitzfeld, vanGaal, Heynckes, Guardiola ..). Die, die die CL nicht geholt hatten, waren nicht unbedingt der Brüller (Magath, vor allem Klinsmann).

        Da fließt noch viel Wasser den Neckar runter bevor Nagelsmann ein Thema wird.

        Bei den Thesen 1 – 5 bin ich übrigens bei Dir. Wobei es für die Liga ein Geschenk des Himmels ist, dass mit dem Pokalknaller in Leipzig endlich auch mal die Zeit vor Weihnachten ein absolutes Highlight aufzuweisen hat.

      5. Olorin

        Sorry, aber die CL zu gewinnen ist ab einem gewissen Punkt schlicht und einfach Glück. Sieht man daran, dass das zum Beispiel sogar ein di Matteo geschafft hat. Das ist absolut kein seriöses Kriterium bei der Trainerwahl. Der FC Bayern verfolgt bei Spielern oft das Ziel, klüger zu sein als die Konkurrenz und sich interessante Leute zu sichern, bevor ganz Europa sie kennt. Warum nicht auch bei Trainern? Man muss einem Trainer schließlich auch die Chance geben, die CL zu gewinnen. Und abgesehen davon: welcher Trainer, der schon die CL gewonnen hat, ist denn zu haben? Guardiola, Zidane, Mourinho sind nicht zu haben (und Mou will ich auch nicht sehen). Di Matteo will ja wohl hoffentlich niemand hierherholen. Enrique? Na toll, da ist mir Nagelsmann lieber. Und Heynckes, van Gaal oder Hitzfeld exhumieren? Nein, danke. Ich hab lieber einen Trainer mit Zukunft als einen mit Vergangenheit. Ancelotti sollte noch ein wenig Zeit bekommen. Wenn unter ihm aber weiter keine Verbesserung eintritt, dann kommt hoffentlich Nagelsmann.

    2. pitvonbonn

      Scherz: Kannst Du mir auch die Zukunft voraussagen, nicht wischi waschi, sondern so präzise wie oben?

    3. Lord Fenimore

      Carlo’s Zukunft ist aus meiner Sicht schon entschieden. Er wurde als Trainer geholt, mit dem die “goldene Generation” in der letzten Saison nochmal einen CL Erfolg realisieren kann und nach den mental anstrengenden Jahren mit Pep etwas ruhigeren Umgang pflegt. Dies ist misslungen. Er ist als Trainer nicht für innovationen bekannt ebensowenig für die Weiterentwicklung junger Spieler. Demzufolge ist nach dieser Saison Schluss- bei dramatisch schlechtem Verlauf auch früher.

      1. Martin

        Zustimmung. Wobei ich nicht glaube, dass CA vor dem Saisonende geht. Es sei denn, man hat bereits einen Nachfolger fest im Blick. Und der könnte derzeit nur Tuchel heißen, denn der ist frei und es ist auffällig ruhig um ihn. Würde mich allerdings nicht glücklich machen.

      2. Ohne81

        Ich glaube kaum, dass man einen Tuchel als Trainer jemals beim FCB sehen wird. Er passt nämlich zu 0,00% zu den Bayern. Es soll daher eher ruhig um ihn bleiben ;-) Sollte CA wirklich früher gehen müssen (was ich aber bezweifle) würde es nur einen Übergangstrainer geben. Zur neuen Saison könnte dann bei einem “Misserfolg” (=gar kein Titel) ein neuer Trainer vor der Tür stehen.

      3. kita

        @OHNE81
        Schön dass du es mittlerweile einsiehst dass das mit Carlo nichts mehr wird. Bei der James Verpflichtung hast du mich noch als Troll bezeichnet als ich schon mit der Trainerdiskussion angefangen hab.

      4. Ohne81

        Uhii da ist Jemand nachtragend, aber ich versuche Dir das geschriebene gerne mal zu erklären.
        Ich glaube durch deine überaus provokanten Aussagen hast du Dir damals das Priveleg “Troll” ganz gut verdient. Deine damalige Aussage, dass Tuchel der ideale Trainer hattest Du damals schon (fast) exklusiv. Aber da Du eh dabei bleibst ist es eh zwecklos darüber mehr zu schreiben.
        In dem Beitrag damals ging es um die Verpflichtung vom James, nur Du meinest gleich wieder das Aus von CA für November hervorrufen zu müssen. Also war dein Beitrag nix weiter als rumgetrolle…..und das würde ich Dir jedes mal wieder vorhalten wenn ich das so sehe.

        Nun zu meinem jetzigen Beitrag:
        Ich weiß zwar nicht wo ich dieses mal geschrieben habe, dass es mit CA nichts mehr wird – aber Du wirst es mir sicherlich verraten. Das wir aktuell kein wirklich erkennbares System haben, weiß jeder – das hat mit einem Scheitern aber noch nicht viel zu tun – gerade nicht nach dem 3ten Spieltag der Liga

  3. FR7

    Thomas Tuchel mag menschlich das Gegenteil von Ancelotti sein aber das war Guardiola auch. Auch Pep hat “menschliche Defizite” wovon viele seiner Ex-Spieler wie Müller-Wohlfahrt, Ibrahimovic oder auch Mandzukic ein Lied singen können. Hat uns sportlich aber weitergebracht oder? Ich bin mir nicht sicher ob Uli und Kalle unbedingt Lust auch Tuchel haben aber die Pros überwiegen ganz klar. Denn solange Uli und Kalle sich noch nicht einmal trauen mehr als 50 Mio für einen Spieler zu bezahlen werden sie auch sicherlich nicht einen Nagelsmann holen der noch viel zu jung und unerfahren ist. So risikofreudig sind die beiden garantiert nicht. Es könnte massiv nach hinten losgehen.

    Ich habe Ancelotti von Beginn an gelobt und ihn verteidigt selbst als wir richtig über mehrere Wochen richtig schwach gespielt hatten. Als er uns damals mit Real Madrid in der CL rausgekickt hat war ich hin und weg on ihm. Dieser Pragmatismus, dieser Simplizismus in seinem Spiel hat es mir schwer angetan. Nun hat er aber auch bei mir seinen Kredit so langsam aufgebraucht. Evtl. passt er einfach nicht zu uns, nicht jeder Deckel passt auf jeden Topf. Tuchel ist Guardiola 2.0, er gestikuliert an der Seitenlinie wild um sich, ist kühl und distanziert, ein absoluter Taktik-Freak und passt seine Spieler seinem Taktikgerüst an und nicht seine Taktik seinen Spielern um ihnen mehr Frauraum zu ermöglichen wie es Ancelotti tut. Tuchel könnte genau der richtige Trainer für uns sein. Er würde die Zügel wieder fest ziehen die Ancelotti losließ und das was unser Spiel seitdem Guardiola-Weggang verloren hat wieder einführen und einstudieren. Tuchel würde zu keinem Klub besser passen als zu uns, wo einen paradiesischen “Pep-Spielplatz” vorfindet der zwar etwas verstaubt ist aber immer noch starklar. Und wir hätten einen Trainer dessen Spiel-Philosophie wir kennen und wir wissen, dass es im Grunde die beste ist die wir jemals hatten. Ich wäre dafür.

    Aber wer weiß, vielleicht irren wir uns auch alle wie niemals zuvor und Carlo holt uns am Ende der Saison das Triple. Soll es alles schon gegeben haben……

  4. FR7

    Fünf Thesen zum Spiel:

    1. Bayern gewinnt die Partie.
    2. James steht in der Startelf.
    3. Robben wird mindestens einen Scorerpunkt erzielen.
    4. Lewandowski trifft mindestens einmal.
    5. Nach diesem ersten CL-Spieltag sind wir nicht Gruppenerster.

    Im letzten Spiel trafen zwei von fünf Thesen zu. Meine Trefferquote liegt bei 45%. (Insg. 9 von 20 richtig)

    1. M1900

      @FR7

      Eine These stimmt schon mal und zwar Nr. 2 ;)

  5. Tschemp

    Nachdem nun beim Thema Nagelsmann auch die letzten Fragezeichen verschwunden sind(Stichwort eurosport Runde bei Sammer), freue ich mich doch wieder auf diese letzte internationale Ancelotti-Saison.
    Man muss nur das Positive für sich herausziehen..

    Zum einen ist nach den sportlich unglaublich befriedigenden Pep-Jahren endlich ein anderer Aspekt ins Bayernfan-Leben zurückgekehrt: Ungewissheit. Wir wissen wieder nicht, wie das nächste Spiel ausgeht. Die Langeweile ist weg. Die Anspannung ist zurück. Selbst ein Heimspiel gegen Anderlecht holt mich wieder hinterm Ofen hervor.

    Lasst uns die Unruhe also genießen und nebenbei in Carlo-Manier noch einmal die Champions League angreifen. (wir haben auf dem Papier die beste Defensive im Wettbewerb, und mit etwas Glück ist der große Wurf drin. Mehr hat Carlo schon früher nicht gebraucht)

    Und nächstes Jahr mit Nagelsmann können wir uns wieder Taktiken und Spielerebtwicklungen widmen.

  6. rookie

    Bei Nagelsmann oder Tuchel würde ich sagen Favre.

    An sich spricht alles für Tuchel, der deutsche Pep. Aber er sit Pep eben zu ähnlcih. Der schwierige, hitzige Alleingänger , der aneckt. Ich weiß nicht ob dass mit Aphatieren wie Hoeneß geht. Nagelsmann ist volksnäher, bayrischer, den kann man sich doch perfekt in Lederhosen vorstellen. Also Risiko einen sehr jungen Coach, der seinen ersten großen Verein kriegt und sich daran anpassen muss, oder den Exzentriker , der als schwierig gilt und sich an Hoeneß etc. anpassen muss bzw. vor allem umgekehrt. Egal wie die Entschiedung ausfällt, nur weiter so , dass geht überhaupt nicht.

    Ich würde mir Tuchel wünschen und Hoeneß sollte sich endlci hauf seine echte STärke konzentrieren: MArketing für den FC Bayern betreiben, dass Aushängeschild sein, aber alles konkrete endlich an andere abgeben an Experten die nciht ihre 1970 Fussballerfahrung ständig auf die heutige Zeit projizieren.

  7. Marco05

    Hoeneß hat ja Nagelsmann neulich schon gelobt und der bewirbt sich jetzt ja quasi, insofern: Deckel drauf. Wobei die Frage bleibt: wann.

    Was mich an Tuchel am meisten stört ist nicht seine Art oder seine Verbissenheit, sondern die Tatsache, dass er weder sportlich noch im taktischen Bereich beim BVB etwas Erkennbares erreicht hat (und den Zufalls-Pokal-Erfolg klammere ich da mal aus). Den haben wir sogar noch unter Ancelotti hergespielt. Da half auch Matchplan und Dauergestikulieren an der Außenlinie nichts. Da hätte ich mir nach den ganzen (Vorschuß-)lorbeeren viel mehr erwartet.

    Nagelsmann ist zwar noch nicht lange im Profibereich aber doch schon ziemlich lange als Trainer tätig und die Laufbahn verläuft sehr gradlinig und erfolgreich. Auch vom Auftreten her ist er im Grunde über alle Zweifel erhaben.

    Dass er jetzt so offensiv über den FCB spricht macht ihn nur noch authentischer. Kein (leeres) Geschwafel, sondern grade raus, was Sache ist. Richtig so, wer würde schon glauben, dass der FCB nicht der Traumverein der meisten Trainer ist, zumal wenn sie im Grunde vor der Haustüre aufgewachsen sind. Also wenn da nicht Großartiges mehr schief geht wird er Carlos Erbe antreten. 2018 oder 2019. Hätte vor einem halben Jahr noch nicht gedacht, dass ich das gut finde aber wenn man ihn etwas bewusster beobachtet, dann ändert das die Meinung doch schnell.

  8. Mehmet68

    Schon merkwürdig, wie schnell jetzt alle auf den Nagelsmann abfahren: Verbrennt doch den Jungen nicht. Wenn der mit Anfang 30 kommt, ist er womöglich nach 1-2 Jahren schon wieder Geschichte. Bei Bayern müssen schon auch Menschenführung und Mediengeschick passen.

    Ich würde einen “gestandenen Trainerfuchs” bevorzugen. Nagelsmann dann gerne als Nachfolger.

    1. Marco05

      Ich denke, sowas kann man nicht planen, von wegen in 3-5 Jahren holen wir ihn. Wenn die Zeit da ist, ist sie da und dann muss man bereit sein. Außerdem, welcher gestandene Trainerfuchs soll denn dann besser passen?

      1. Mehmet68

        Die mangelnde Planbarkeit ist mir schon bewusst, aber ich würde warten… der Gute ist 30 und soll Lewa, Hummels und Neuer dirigieren?!

        Irgendwann gibt es immer eine Chance, nachdem Trainer meist nur 2-3 Jahre im Amt sind.

        Zu Deiner Frage: Wünschen würde ich mir ein Kaliber wie Conte, ist aber nicht realistisch. Nur so als Richtung.

  9. Vobius

    In Zeiten wie diesen, aber auf jeden Fall nach einem katastrophalen Herbst – raus im Pokal gegen Leipzig, keine Punkte gegen die direkte Konkurrenz wie Dortmund und Leipzig, einem Unentschieden gegen Celtic und (eh schon einkalkuliert) zwei Niederlagen gegen PSG und dem damit gefährdeten Weiterkommen in der CL – wird gehandelt werden müssen! Ob erstmal Willy für die restliche Saison übernimmt oder ein anderer? Tuchel wäre auf Grund der befürchteten Spannungen zwischen seiner Person und der oberen Etage eine sehr gewagte Wahl. Nagelsmann wird sicher nicht während der Saison wechseln.

    Aber vielleicht gewinnt man ja doch mehr schlecht als Recht, zieht den Kopf vorerst aus der Schlinge, die Diskussionen werden aber weiter gehen.

    Wichtig ist, dass etwas vorangeht, in der Mannschaft, im Spielsystem und in der Weiterentwicklung der jungen Spieler. Solange hier nur Stagnation zu sehen ist und “wir werden eh Meister auf Grund der individuellen Klasse” als Credo vorherrscht, werden die Diskussionen jeden Tag weiter gehen, der Ärger der Fans weiter wachsen und der Druck schnell zu handeln immer größer.

    Ach ja, dass wäre eigentlich mal eine gute Möglichkeit für unseren neuen Sportdirektor sich zu melden und ein Machtwort zu sprechen – auch damit die ungenehmigten Interviews von Spielern die ihren Unmut bekunden, ausbleiben.

    Mit neuem Mut sollte ein Sieg und ein Erfolgserlebnis heute Abend drin sein, sonst wirds eine zähe Nummer…

  10. Osrig

    Wie hier mittlerweile die meisten Kommentare gegen Ancelotti gerichtet sind und seine Entlassung fordern, sogar schon über Nachfolger spekulieren, kann ich nur mit einem Kopfschütteln begleiten. Wenn es nach mir ginge, hätte ich am liebsten Guardiola wieder an der Seitenlinie, aber Carlo als unfähig darzustellen geht mir zu weit. Es sind in der BL drei Spieltage gespielt, die CL startet heute! Es ist doch alles noch am Anfang! Ich bin überzeugt, Carlo weiß, was er macht, und planlos ist er auch nicht.
    Die erste halbe Stunde gegen Hoffenheim war richtig gut, selbst nach der Umstellung ist 1899 kaum länger am Ball geblieben. Da passten bei uns Abläufe, Bewegungen und Positionen schon ganz gut, da war Variabilität und Zielstrebigkeit zu sehen, nur das letzte Tempo, die letzten Zentimeter fehlten. Vielleicht auch einfach ein wenig Glück!
    Auf jeden Fall eine Leistung, auf der man aufbauen kann, und ich bin sicher, wenn es der Mannschaft gelingt, die Form dieser ersten 30 Minuten zu konservieren und gegen Anderlecht auf den Platz zu bringen, dann wird es ein klarer Sieg. Ok, mit dem üblichen Abschlusspech vielleicht nicht in der Tordifferenz, aber doch von der Dominanz her. Also, ich bin da zuversichtlich!

    Übrigens hoffe ich, dass die Jungs es schaffen, auf dem Platz mehr Verantwortung zu übernehmen, um selbst zu entscheiden, wie auf Maßnahmen des Gegners reagiert werden soll. Und zwar OHNE das es einer Einwirkung von außen braucht!
    Vielleicht ist das die einfache Erklärung dafür, warum es nach Umstellungen des Gegners plötzlich rumpelt! Weil Ancelotti seinen Spielern und ihrer großen Erfahrung vertraut, während viele Spieler es vielleicht zu sehr gewohnt sind, klare Anweisungen und Aufträge zu haben, ohne selbst weitreichende Entscheidungen im Spiel treffen zu müssen, weil die bislang dann von außen gekommen sind. Nur eine Vermutung!

    1. Olorin

      Ich erwarte heute auch nen klaren Sieg. Anderlecht ist individuell schwächer als die meisten Bundesligisten, ist aber weniger als diese an das Verteidigen gegen einen klar überlegenen Gegner gewöhnt. Wenn das heute kein souveräner Sieg wird brennt der Baum richtig.
      Zu Carlo: ich bin auch der Meinung, dass er jetzt erstmal weitermachen soll. In den bevorstehenden englischen Wochen kann eh kein neuer Trainer richtig arbeiten. Wenn er in den wichtigen Spielen im September nicht liefert kann man immer noch Tuchel holen.

  11. Kurt

    Heute wird es endlich mal wieder nen Grund zur Freude geben.

    Mark my words!

    1. Marco05

      Stand jetzt ist das noch in weiter Ferne. Anscheinend gibt es eine Vereinbarung nach dem ersten Tor (egal für wen) das Fußballspielen einzustellen. Sieht fast schlimmer aus als am Samstag.

  12. Josef

    Müller auf der Bank, auch Hummels (überraschend, aber er spielte bisher sehr viel). Dazu Coman (der mir Samstag gefiel) und Rudy (der schwach war).

    Es spielen:

    Neuer
    Kimmich-Martinez-Süle-Rafinha
    Tolisso-Thiago
    Robben-James-Ribery
    Lewandowski

    Das Personal spricht für ein klares 4231. Ich bin gespannt. Vamos James!

    1. Olorin

      Bis auf Hummels die erwartete Aufstellung in Abwesenheit Vidals. Ancelotti bleibt sich treu (positiv formuliert)

  13. […] Tendenz hat bei beiden gestimmt, das Ergebnis konnte aber niemand erraten. Deshalb steht es nun 8:6 für die Miasanrot-Redaktion. Diese Woche wird Tobias versuchen, die […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Miasanrot.com — Der FC Bayern München Blog